Klima & Erde

Klimawandel

Klimawandel erklärt: Ursachen, Messwerte von IPCC, WMO und Copernicus, Folgen, Kipppunkte und warum der Globale Süden stärker betroffen ist.

8 Min. LesezeitAktualisiert am 20.10.2026
Auf einen Blick

Bedeutung
Langfristige Veränderung des Klimas, heute überwiegend durch menschliche Treibhausgase
Temperatur
1,09 °C über 1850 bis 1900 im Zeitraum 2011 bis 2020 (IPCC)
Aktuell
2025 laut Copernicus 1,47 °C, 2024 mit 1,60 °C das wärmste Jahr
CO₂ in der Luft
423,9 ppm im Jahr 2024 (WMO)
Rahmen
UN-Klimarahmenkonvention (1992), Paris-Abkommen (2015)

Einfach erklärt

Klimawandel bezeichnet die langfristige Veränderung des Klimas, also von Temperaturen, Niederschlägen, Eis, Meeresspiegel und Wettermustern. Klima hat sich in der Erdgeschichte auch ohne Menschen verändert. Der heutige Wandel ist nach dem Weltklimarat IPCC aber menschengemacht: Sein Synthesebericht von 2023 hält fest, dass menschliche Aktivitäten, vor allem Treibhausgasemissionen, die globale Erwärmung unzweifelhaft verursacht haben.

Die Hauptursache ist die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, dazu kommen Landnutzung und Landwirtschaft. Dabei entstehen Treibhausgase wie CO₂ und Methan. Sie verstärken den natürlichen Treibhauseffekt: Mehr Wärme bleibt im Klimasystem, und die Folgen reichen vom steigenden Meeresspiegel bis zu häufigeren Extremereignissen.

Der Klimawandel trifft nicht alle gleich. Laut IPCC leiden verletzliche Gemeinschaften, die historisch am wenigsten dazu beigetragen haben, unverhältnismäßig stark (hohe Konfidenz, also belastbare Evidenz). Das ist ein Befund und kein moralisches Urteil.


Ausführlich erklärt

Was der Begriff genau meint

Die UN-Klimarahmenkonvention von 1992 definiert Klimawandel in Artikel 1 enger als der Alltag: als Klimaänderung, die direkt oder indirekt auf menschliche Aktivitäten zurückgeht und zusätzlich zur natürlichen Klimavariabilität auftritt. Klimaerwärmung meint den Temperaturanstieg selbst. Wer die Dringlichkeit betonen will, sagt oft Klimakrise, eine sprachliche Entscheidung und keine andere Messgröße.

Natürliche und menschliche Ursachen

Der IPCC beziffert die Anteile für 2010 bis 2019 gegenüber 1850 bis 1900. Der menschengemachte Anstieg lag bei 1,07 °C als bestem Schätzwert (wahrscheinliche Spanne 0,8 bis 1,3 °C). Gut durchmischte Treibhausgase wirkten mit 1,0 bis 2,0 °C erwärmend, andere menschliche Einflüsse, vor allem Aerosole (Schwebteilchen in der Luft), mit 0,0 bis 0,8 °C kühlend. Natürliche Antriebe wie Sonne und Vulkane änderten die Temperatur nur um minus 0,1 bis plus 0,1 °C. Sie erklären die Erwärmung seit 1850 also nicht.

Die Temperatur stieg seit 1970 schneller als in jedem anderen 50-Jahres-Zeitraum der letzten mindestens 2.000 Jahre (hohe Konfidenz). Für 2013 bis 2022 berechnen Forster et al. eine menschengemachte Erwärmung von 1,14 °C und einen Anstieg von mehr als 0,2 °C pro Jahrzehnt.

Messwerte: Temperatur und Treibhausgase

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) meldet für 2024 eine globale CO₂-Konzentration von 423,9 ppm (parts per million, Teilchen pro Million Luftmoleküle), 152 % des vorindustriellen Werts von 278,3 ppm. Der Anstieg von 3,5 ppm gegenüber 2023 war der größte seit Beginn moderner Messungen 1957. Die WMO nennt fortgesetzte fossile Emissionen, verstärkte Brände und geschwächte Senken an Land und im Ozean. Laut IPCC war die CO₂-Konzentration schon 2019 (410 ppm) höher als in mindestens zwei Millionen Jahren.

Bei der Temperatur unterscheiden sich die Datensätze leicht. Copernicus nennt für 2025 eine globale Lufttemperatur von 1,47 °C über dem vorindustriellen Niveau, nach 1,60 °C im Rekordjahr 2024. Die Jahre 2023 bis 2025 lagen im Schnitt erstmals über einen Dreijahreszeitraum über 1,5 °C. Die WMO kommt für 2025 auf etwa 1,43 °C und bestätigt 2015 bis 2025 als die elf wärmsten Jahre. Die NASA rechnet gegen einen anderen Bezugszeitraum (1951 bis 1980) und nennt 1,19 °C. Sie sieht 2025 gleichauf mit 2023, andere Institute auf Rang drei. Die Zahlen sind deshalb nicht direkt vergleichbar.

Merke

Ein einzelnes Jahr über 1,5 °C heißt nicht, dass die 1,5-Grad-Grenze überschritten ist. Der IPCC rechnet mit 20-Jahres-Mitteln, weil einzelne Jahre um etwa 0,25 °C schwanken können.

Die langfristige Erwärmung schätzt Copernicus auf rund 1,4 °C. Beim aktuellen Tempo könnte die 1,5-Grad-Grenze des Paris-Abkommens laut Copernicus bis Ende des Jahrzehnts erreicht werden, mehr dazu im Eintrag 1,5-Grad-Ziel.

1,09 °CErwärmung 2011 bis 2020 gegenüber 1850 bis 1900 (IPCC)
423,9 ppmglobale CO₂-Konzentration 2024 (WMO)
0,20 mAnstieg des Meeresspiegels von 1901 bis 2018 (IPCC)

Folgen: Ozean, Eis und Extremereignisse

Der Ozean nimmt viel Wärme auf: Laut WMO jedes Jahr seit zwei Jahrzehnten etwa das Achtzehnfache des menschlichen Jahresenergieverbrauchs. Der Meeresspiegel stieg von 1901 bis 2018 um 0,20 m, und das Tempo nahm zu: von 1,3 mm pro Jahr (1901 bis 1971) auf 3,7 mm (2006 bis 2018). Der Mensch war seit mindestens 1971 sehr wahrscheinlich der Haupttreiber.

Bei Hitzewellen, Starkregen, Dürren und tropischen Wirbelstürmen hat sich laut IPCC die Zuordnung zu menschlichem Einfluss verstärkt. Gleichzeitige Hitzewellen und Dürren wurden seit den 1950er Jahren wahrscheinlich häufiger. Das heißt nicht, dass jedes einzelne Ereignis allein auf den Klimawandel zurückgeht, sondern dass Wahrscheinlichkeit und Stärke verschoben werden.

Ausblick: Szenarien, Restbudget und Kipppunkte

Wie stark sich die Erde weiter erwärmt, hängt von den Emissionen ab. Der IPCC rechnet mit Szenarien, nicht mit Vorhersagen: Für 2081 bis 2100 liegt der beste Schätzwert bei 1,4 °C bei sehr niedrigen, 2,7 °C bei mittleren und 4,4 °C bei sehr hohen Emissionen. Je 1.000 Gigatonnen CO₂ steigt die Temperatur um etwa 0,45 °C. Das CO₂-Budget für eine 50-prozentige Chance auf 1,5 °C betrug ab Anfang 2020 rund 500 Gigatonnen.

Kipppunkte sind Schwellen, ab denen sich Veränderungen selbst verstärken oder kaum umkehrbar werden. Der IPCC bewertet sie vorsichtig: Ihre Wahrscheinlichkeit nimmt mit der Erwärmung zu (hohe Konfidenz). Bei dauerhaft 2 bis 3 °C gingen das Grönland- und das westantarktische Eisschild über mehrere Jahrtausende nahezu vollständig verloren (begrenzte Evidenz). Dass die Atlantische Umwälzzirkulation (AMOC) vor 2100 abrupt zusammenbricht, hält der IPCC mit mittlerer Konfidenz für nicht zu erwarten; geschähe es doch, hätte es sehr wahrscheinlich große Folgen.

Laut IPCC wachsen die Risiken mit jedem zusätzlichen Erwärmungsschritt, und tiefe, schnelle und anhaltende Emissionsminderungen können sie begrenzen.

Kerngedanke

Gegensteuern: Klimaschutz und Anpassung

Von 2010 bis 2019 sanken die Stückkosten für Solarenergie um 85 %, für Windenergie um 55 % und für Lithium-Ionen-Batterien um 85 %. Mindestens 18 Länder senkten ihre Emissionen länger als zehn Jahre, was den globalen Anstieg aber nur teilweise ausglich. Bei der Anpassung berücksichtigen mindestens 170 Länder sie in ihrer Planung, doch die meisten Maßnahmen sind laut IPCC fragmentiert und ungleich verteilt, mit den größten Lücken bei Gruppen mit geringem Einkommen. Die Mittel reichen vor allem in Entwicklungsländern nicht aus.

Wer verursacht, wer trägt die Folgen

2019 lagen die am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) bei 1,7 und die kleinen Inselentwicklungsländer (SIDS) bei 4,6 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Kopf, der Weltdurchschnitt bei 6,9 Tonnen. Die 10 % der Haushalte mit den höchsten Pro-Kopf-Emissionen verursachen 34 bis 45 % der konsumbasierten Haushaltsemissionen, die untere Hälfte 13 bis 15 %. Schon die Klimarahmenkonvention von 1992 nennt gemeinsame, aber unterschiedliche Verantwortlichkeiten und fordert, dass Industrieländer vorangehen.

Der IPCC zählt etwa 3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen in hoch verwundbaren Verhältnissen. Von 2010 bis 2020 war die Sterblichkeit durch Überschwemmungen, Dürren und Stürme dort 15-mal höher als in Regionen mit sehr geringer Verwundbarkeit. Die größten negativen Folgen für Ernährungs- und Wassersicherheit liegen in vielen Gebieten Afrikas, Asiens, Mittel- und Südamerikas, bei LDCs, kleinen Inselstaaten und in der Arktis sowie weltweit bei Indigenen Völkern, kleinbäuerlichen Nahrungsproduzent:innen und Haushalten mit niedrigem Einkommen. Globaler Süden ist eine grobe Sammelbezeichnung für sehr verschiedene Staaten, deshalb nennen die Quellen wo möglich Gruppen wie LDCs und SIDS. Vertiefung bieten die Einträge Klimagerechtigkeit und Loss and Damage.

Was der Begriff nicht sagt

Klimawandel erlaubt keine Aussage über jedes einzelne Unwetter. Die IPCC-Szenarien sind keine Prognose eines festen Verlaufs, sondern hängen von Entscheidungen ab, und Kipppunkte stehen für wachsende Risiken, nicht für einen sicheren Zeitpunkt.

Die Zahlen stammen von internationalen Gremien und Behörden wie IPCC, WMO, Copernicus und NASA, Stimmen aus betroffenen Regionen kommen nur über deren Berichte vor. Der IPCC nennt bei Verwundbarkeit unter anderem Geschlecht, Herkunft, Behinderung, Alter und Einkommen. Queere Menschen erwähnt der Synthesebericht nicht ausdrücklich, ihre Lage beschreibt der Blogartikel Queere Klimakrise.

Was du tun kannst

  1. Achte bei Temperaturmeldungen auf den Bezugszeitraum (1850 bis 1900 oder 1951 bis 1980) und darauf, ob ein Einzeljahr oder ein Mittel gemeint ist.
  2. Prüfe bei einem einzelnen Unwetter, ob eine Zuordnungsstudie (Attributionsstudie) vorliegt und was sie aussagt.
  3. Frage in deiner Kommune nach, wie Hitzevorsorge geplant wird und wer dabei besonders geschützt wird.

Quellen: IPCC (2023): AR6 Synthesebericht, Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger / IPCC (2023): AR6 Synthesebericht, Longer Report / Forster et al. (2023): Indicators of Global Climate Change 2022, Earth System Science Data / WMO (2025): Greenhouse Gas Bulletin Nr. 21 (Daten für 2024) / Copernicus Climate Change Service (2026): 2025 was the third hottest year on record / NASA (2026): NASA Releases Global Temperature Data, Release 26-003 / WMO (2026): State of the Global Climate 2025 / UN-Klimarahmenkonvention (1992): Artikel 1 und 3

Wie Vermögensungleichheit die Emissionen antreibt: Wessen Planet brennt?.


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Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Ich habe ihn selbst geprüft und verantworte als Inhaber den Inhalt. Mehr zur KI-Nutzung

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