Einfach erklärt
Das Paris-Abkommen ist ein internationaler Klimavertrag, der im Dezember 2015 von fast allen Staaten der Welt unterzeichnet wurde. Ziel ist es, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, idealerweise auf 1,5 Grad. Konkret bedeutet das: Jedes Land verpflichtet sich, seine Treibhausgasemissionen zu senken und diese Zusagen alle fünf Jahre zu verschärfen.
Das Abkommen gilt als historischer Meilenstein, weil es erstmals alle Staaten, Industrieländer wie auch Entwicklungsländer, in ein gemeinsames Klimaschutzsystem einbindet. Dabei setzt es auf freiwillige nationale Klimaschutzbeiträge, sogenannte NDCs (Nationally Determined Contributions, zu Deutsch: national festgelegte Beiträge), statt auf verbindliche Obergrenzen für einzelne Länder. Ein Beispiel: Deutschland verpflichtete sich, bis 2030 die Treibhausgasemissionen um mindestens 65 % gegenüber 1990 zu reduzieren.
Ausführlich erklärt
Das Paris-Abkommen wurde auf der 21. UN-Klimakonferenz (COP21) verabschiedet und trat 2016 in Kraft. Es folgte dem Kyoto-Protokoll, das erstmals verbindliche Emissionsziele für Industrieländer festlegte, aber aufgrund mangelnder Beteiligung, darunter der USA und Chinas, scheiterte. Das Paris-Abkommen wählt einen anderen Ansatz: Statt zentraler Vorgaben setzt es auf einen Bottom-up-Ansatz, bei dem Staaten selbst ihre Klimaziele definieren.
Kritiker*innen bemängeln, dass die aktuell eingereichten NDCs bei weitem nicht ausreichen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Laut dem IPCC (Weltklimarat) würden sie die Erwärmung auf 2,4 bis 2,7 Grad begrenzen. Die sogenannten Kipp-Punkte des Erdsystems könnten dabei bereits weit vor diesem Schwellenwert ausgelöst werden. Das Paris-Abkommen ist also weniger eine Lösung als ein Rahmen: Wie ambitioniert er ausgefüllt wird, bleibt die entscheidende politische Frage unserer Zeit.
Wie viel das aktuelle deutsche Klimaschutzprogramm von diesem Rahmen tatsächlich ausfüllt: 67 Maßnahmen, große Lücken: Was das Klimaschutzprogramm 2026 verspricht und was es schuldig bleibt.
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Quellen
- IPCC, Sixth Assessment Report (AR6), 2021–2023.
- UNFCCC, Paris Agreement, 2015.



