Klimakrise


Was ist Klimakrise – kurz erklärt

Klimakrise ist ein Begriff für die durch den Menschen verursachte Klimaerwärmung und ihre Folgen – steigende Temperaturen, häufigere Extremwetterereignisse, schmelzende Gletscher, steigender Meeresspiegel. Der Begriff beschreibt dasselbe Phänomen wie Klimawandel, setzt aber einen anderen sprachlichen Akzent: Krise betont Dringlichkeit und Handlungsbedarf.

Ob man von „Klimawandel“, „Klimakrise“, „Klimanotstand“ oder „Klimakatastrophe“ spricht, ist keine rein sprachliche Frage. Die Begriffswahl signalisiert, wie ernst die Lage eingeschätzt wird – und ist damit auch politisch. Die wissenschaftliche Einschätzung selbst ist klar: Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) dokumentiert, dass menschliche Treibhausgasemissionen der Haupttreiber der aktuellen Erwärmung sind und die Folgen für Gesellschaften und Ökosysteme bereits heute messbar sind.

Die Debatte dreht sich deshalb weniger um die Fakten als um eine grundsätzliche Frage: Welche Sprache trifft die Realität am besten?

Für Neugierige

Der Begriff „Klimawandel“ (englisch: climate change) stammt aus der Wissenschaftssprache und beschreibt zunächst neutral Veränderungen im Klimasystem. Dass er in der öffentlichen Kommunikation ab den 1980er-Jahren gegenüber dem damals gebräuchlicheren „globale Erwärmung“ bevorzugt wurde, hatte auch strategische Gründe: Der US-amerikanische Kommunikationsberater Frank Luntz legte der Republikanischen Partei 2002 in einem internen Strategiepapier nahe, „climate change“ statt „global warming“ zu verwenden – weil es weniger besorgniserregend klinge. Das Dokument wurde öffentlich bekannt und ist journalistisch sorgfältig ausgewertet, unter anderem durch The Guardian (2003) und die PBS-Frontline-Dokumentation Climate of Doubt (2012).

2019 änderte die britische Zeitung The Guardian ihren redaktionellen Styleguide: Statt „climate change“ empfiehlt die Redaktion seitdem intern „climate crisis“, „climate emergency“ oder „climate breakdown“ – mit der Begründung, diese Formulierungen spiegelten die wissenschaftliche Schwere der Lage genauer wider.

Der IPCC dokumentiert im Sechsten Sachstandsbericht (AR6, 2021–2023) „weitverbreitete, schnelle und sich intensivierende“ Veränderungen im Klimasystem. Das WMO (Weltorganisation für Meteorologie, World Meteorological Organization) bezeichnete 2023 als das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Ob das eine „Krise“ ist, bleibt eine normative Entscheidung – die Fakten, die dahinterstehen, sind es nicht.

Verwandte Begriffe

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Kipp-Punkte