CO₂-Budget


Kompakt erklärt

Das CO₂-Budget beschreibt die Gesamtmenge an Kohlendioxid (CO₂) und anderen Treibhausgasen, die die Menschheit noch in die Atmosphäre ausstoßen darf, ohne eine bestimmte Erwärmungsschwelle zu überschreiten. Denk es wie ein Bankkonto: Sobald das Budget aufgebraucht ist, übersteigt die Erderwärmung das vereinbarte Limit – im besten Fall 1,5 Grad Celsius, wie im Paris-Abkommen festgehalten.

Das Budget ist endlich und wird schnell kleiner. Stand 2023 verbleiben laut IPCC (Weltklimarat) noch etwa 500 Milliarden Tonnen CO₂, wenn wir mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit unter 1,5 Grad bleiben wollen. Bei aktuellen globalen Emissionen von rund 40 Milliarden Tonnen pro Jahr wäre dieses Budget in etwa zwölf Jahren aufgebraucht. Das Budget lässt sich auch auf Staaten oder sogar einzelne Personen herunterrechnen – daraus entstehen politisch heiß debattierte Fragen der Klimagerechtigkeit.


Für Neugierige

Das CO₂-Budget ist ein zentrales Werkzeug der Klimawissenschaft, da es die physikalische Logik des Klimasystems in eine politisch nutzbare Zahl übersetzt. Grundlage ist die nachgewiesene lineare Beziehung zwischen kumulativen Treibhausgasemissionen und der globalen Durchschnittstemperatur – ein Konzept, das als Transiente Klimaantwort auf kumulative Emissionen (TCRE) bekannt ist.

Nicht nur CO₂ zählt ins Budget: Andere Treibhausgase wie Methan oder Lachgas werden in CO₂-Äquivalente umgerechnet. Wichtig ist auch, dass das Budget je nach Wahrscheinlichkeitsschwelle variiert: Wer 67 % Sicherheit statt nur 50 % will, hat ein deutlich kleineres Budget zur Verfügung. Die Verteilung des Budgets zwischen dem Globalen Norden (Industrieländer, die historisch die meisten Emissionen verursacht haben) und dem Globalen Süden (Länder mit wenig historischen Emissionen, aber hoher Klimavulnerabilität) ist eine der zentralen Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit.

Quelle: IPCC, Sixth Assessment Report (AR6), Working Group I, Chapter 5, 2021.


Verwandte Begriffe: Paris-Abkommen · Klimagerechtigkeit · IPCC · Treibhausgase · Klimaneutralität