Klima & Erde

Klimaerwärmung

Klimaerwärmung: aktuelle Temperaturdaten von Copernicus und IPCC, der Unterschied zu Klimawandel und warum sich die Arktis so viel schneller erwärmt.

6 Min. LesezeitAktualisiert am 17.10.2026
Auf einen Blick

Bedeutung
Messbarer Anstieg der durchschnittlichen Temperatur an der Erdoberfläche seit Beginn der Industrialisierung
Ursache
Verstärkter Treibhauseffekt durch Treibhausgase aus Kohle, Öl, Gas und Entwaldung
Stand 2025
1,47 °C über dem vorindustriellen Niveau (Copernicus)
Abgrenzung
Meint nur den Temperaturanstieg, Klimawandel umfasst zusätzlich alle Folgen
Wissenschaft
Menschlicher Einfluss ist laut IPCC unzweifelhaft

Einfach erklärt

Klimaerwärmung bezeichnet den messbaren Anstieg der durchschnittlichen Temperatur an der Erdoberfläche und in den bodennahen Luftschichten seit Beginn der Industrialisierung. Ursache ist der verstärkte Treibhauseffekt: Je mehr Kohlendioxid (CO₂), Methan und andere Treibhausgase durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas sowie durch Entwaldung in die Atmosphäre gelangen, desto weniger Wärme kann die Erde wieder abstrahlen.

2025 lag die globale Durchschnittstemperatur laut dem europäischen Klimawandeldienst Copernicus (C3S) bei 1,47 °C über dem vorindustriellen Niveau (1850 bis 1900), nach dem bisherigen Rekordjahr 2024 mit 1,60 °C. Erstmals in der Messgeschichte überschritt damit auch ein Dreijahresdurchschnitt (2023 bis 2025) die Marke von 1,5 °C, jene Schwelle, die das Pariser Klimaabkommen als besonders riskant einstuft. Einzelne Jahreswerte schwanken dabei durch natürliche Klimaphänomene wie El Niño und La Niña, weshalb Copernicus die eigentliche, langfristige menschengemachte Erwärmung unabhängig von diesen Schwankungen auf aktuell rund 1,4 °C schätzt.

Laut dem Weltklimarat IPCC ist es unzweifelhaft, dass menschliche Aktivitäten die Hauptursache der Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind. Die Folgen verteilen sich dabei höchst ungleich: Die Arktis erwärmt sich mehrfach so schnell wie der globale Durchschnitt, mit Auswirkungen auf Meereis, Permafrost und Wettermuster weit über die Polarregion hinaus.

Klimaerwärmung wird umgangssprachlich oft mit Klimawandel gleichgesetzt, meint wissenschaftlich aber genauer nur den Temperaturanstieg selbst. Klimawandel umfasst zusätzlich sämtliche daraus resultierenden Veränderungen im Erdsystem, etwa steigenden Meeresspiegel, schmelzende Gletscher oder häufigere Extremwetterereignisse.

Jedes Zehntelgrad, das durch konsequente Emissionsminderung verhindert wird, macht dabei einen wissenschaftlich messbaren Unterschied.

Kerngedanke


Ausführlich erklärt

Was die Wissenschaft über die menschliche Verursachung sagt

Im Sechsten Sachstandsbericht (AR6, 2021) hält der Weltklimarat IPCC in seiner Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger*innen unmissverständlich fest, dass menschlicher Einfluss Atmosphäre, Ozean und Landflächen nachweislich erwärmt hat (im englischen Original: „It is unequivocal that human influence has warmed the atmosphere, ocean and land.“). Das Ausmaß der aktuellen Veränderungen im gesamten Klimasystem sei zudem beispiellos, verglichen mit vielen Jahrhunderten bis Jahrtausenden zuvor. Für beide Aussagen wählte das Gremium die höchstmögliche Sicherheitsstufe, ein in der Wissenschaft ungewöhnlich klares Votum.

Diese Gewissheit ist über Jahrzehnte gewachsen. Der zweite IPCC-Bericht sprach 1995 noch vorsichtig von einem „erkennbaren menschlichen Einfluss“ auf das globale Klima. Der fünfte Sachstandsbericht (AR5, 2013) formulierte bereits deutlich schärfer: Er hielt es für „äußerst wahrscheinlich“, dass menschlicher Einfluss die dominante Ursache der Erwärmung zwischen 1951 und 2010 war. In der IPCC-eigenen Unsicherheitsskala entspricht das einer Wahrscheinlichkeit von 95 bis 100 Prozent. Mit „unzweifelhaft“ wählte der AR6 sechs Jahre später die höchste in dieser Skala vorgesehene Gewissheitsstufe überhaupt.

Aktuelle Messwerte: Temperatur und Treibhausgase

Die Zahlen für 2025 (1,47 °C über vorindustriellem Niveau) stammen aus dem ERA5-Datensatz von Copernicus, der auf Milliarden Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen weltweit beruht. Für 2024 verzeichnete die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in ihrem Treibhausgas-Bulletin Nr. 21 vom Oktober 2025 zusätzlich neue Rekordwerte bei den Treibhausgaskonzentrationen selbst: CO₂ erreichte im globalen Mittel 423,9 ppm (Teilchen pro Million), 52 Prozent über dem vorindustriellen Niveau vor 1750. Methan lag bei 1.942 ppb (Teile pro Milliarde), ein Plus von 166 Prozent, Lachgas (N₂O) bei 338,0 ppb, 25 Prozent über dem historischen Ausgangswert. Der Anstieg von CO₂ zwischen 2023 und 2024 war mit 3,5 ppm der größte je gemessene Jahreszuwachs seit Beginn moderner Messungen 1957.

423,9 ppmCO₂ im globalen Mittel 2024, 52 Prozent über dem vorindustriellen Niveau (WMO)
1.942 ppbMethan 2024, ein Plus von 166 Prozent
3,5 ppmgrößter je gemessener Jahreszuwachs von CO₂, zwischen 2023 und 2024

Warum fallen einzelne Jahre wie 2024 und 2025 dann unterschiedlich aus, obwohl die Treibhausgaskonzentrationen in beiden Jahren weiter stiegen? Copernicus erklärt das mit natürlicher Variabilität. El Niño wirkt zusätzlich erwärmend auf die globale Durchschnittstemperatur und überlagert damit die langfristige menschengemachte Erwärmung nach oben, La Niña wirkt in die Gegenrichtung. 2025 herrschten im tropischen Pazifik über weite Strecken neutrale bis schwache La-Niña-Bedingungen. Das erklärt die etwas niedrigeren Werte gegenüber den Vorjahren mit, stellt den langfristigen Erwärmungstrend selbst aber nicht infrage.

Klimaerwärmung ist nicht dasselbe wie Klimawandel

Die US-Raumfahrtbehörde NASA unterscheidet beide Begriffe klar. Global Warming (Klimaerwärmung) beschreibt ausschließlich die langfristige Erwärmung der Erdoberfläche seit der vorindustriellen Zeit. Climate Change (Klimawandel) ist der umfassendere Begriff und schließt neben der Erwärmung selbst auch alle daraus resultierenden Folgen ein, etwa steigende Meeresspiegel, schrumpfende Gebirgsgletscher, beschleunigtes Eisschmelzen in Grönland, der Antarktis und der Arktis sowie Verschiebungen bei Blüh- und Wachstumszeiten von Pflanzen. Wer wissen will, welche konkreten Folgen die Erwärmung weltweit bereits auslöst, findet die Übersicht im Artikel zu Klimawandel.

Woher der Begriff stammt

Woher kommt der Begriff überhaupt? Als wissenschaftlicher Fachbegriff geht „global warming“ auf den US-Geochemiker Wallace Broecker zurück, der ihn 1975 im Fachjournal Science zum ersten Mal in einer wissenschaftlichen Publikation verwendete, im Aufsatz „Climatic Change: Are We on the Brink of a Pronounced Global Warming?“. Broecker argumentierte darin bereits, menschliche CO₂-Emissionen würden das Klima verändern, auch wenn ein natürlicher, jahrzehntelanger Abkühlungszyklus den Effekt zu diesem Zeitpunkt noch überdeckte. Diese Einschätzung erwies sich in den folgenden Jahrzehnten als zutreffend.

Warum sich nicht jede Region gleich stark erwärmt

Die Erwärmung verteilt sich höchst ungleich über den Globus. Laut einer Prognose der WMO vom Mai 2025 für den Zeitraum 2025 bis 2029 erwärmt sich die Arktis über die kommenden Winter mehr als dreimal so schnell wie der globale Durchschnitt. Dieser Effekt heißt Arktisverstärkung und entsteht maßgeblich durch schmelzendes Meereis: Je weniger reflektierende Eisfläche vorhanden ist, desto mehr Sonnenenergie nimmt der dunkle Ozean auf, was die Erwärmung dort zusätzlich beschleunigt.

Solche selbstverstärkenden Rückkopplungen hängen eng mit dem Konzept der Kipp-Punkte zusammen, jenen Schwellenwerten, ab denen Teile des Klimasystems unumkehrbare Veränderungen durchlaufen, etwa das Auftauen von Permafrostböden. Je näher die Erwärmung an solche Schwellenwerte heranrückt, desto größer wird das Risiko, dass sich solche Prozesse von selbst weiter beschleunigen, unabhängig davon, wie schnell die Emissionen anschließend noch sinken. Genau das ist der Grund, warum Klimaforscher*innen so viel Wert auf jedes einzelne Zehntelgrad legen. Wie viel Erwärmung sich durch entschlossenes Handeln noch verhindern lässt, beschreibt das CO2-Budget, das internationale Rahmenziel dazu ist das Paris-Abkommen.

Quelle: Copernicus Climate Change Service (2026): 2025 was the third-warmest year on record / IPCC AR6 WGI: Summary for Policymakers, Headline Statements (2021) / IPCC AR5 Synthesis Report: Summary for Policymakers (2014), Abschnitt D.3 / WMO Greenhouse Gas Bulletin No. 21 (16.10.2025) / NASA: What’s the difference between climate change and global warming? / WMO: Global Annual to Decadal Climate Update 2025-2029 (Mai 2025) / Broecker, W.S. (1975): Climatic Change: Are We on the Brink of a Pronounced Global Warming?, Science 189(4201), S. 460

Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Ich habe ihn selbst geprüft und verantworte als Inhaber den Inhalt. Mehr zur KI-Nutzung

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