Einfach erklärt
Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change; auf Deutsch: Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) ist die wichtigste wissenschaftliche Institution zum Klimawandel. Umgangssprachlich wird er oft als Weltklimarat bezeichnet. 1988 von der UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) und der WMO (Weltorganisation für Meteorologie) gegründet, fasst er den Stand der globalen Klimaforschung für Politik und Öffentlichkeit zusammen, ohne selbst Forschung zu betreiben.
Alle fünf bis sieben Jahre veröffentlicht der IPCC umfassende Sachstandsberichte, erarbeitet von tausenden Wissenschaftler*innen weltweit. Der aktuellste, der 6. Sachstandsbericht (AR6, englisch: Assessment Report 6), wurde 2021–2023 in vier Teilen veröffentlicht. Sein Befund: Die globale Erwärmung lag 2020 bereits bei 1,1 °C über vorindustriellem Niveau.
195 Regierungen sind Mitglied. 2007 erhielt der IPCC gemeinsam mit Al Gore den Friedensnobelpreis für seinen Beitrag zum Verständnis der Klimakrise.
Ausführlich erklärt
Der IPCC arbeitet in drei Arbeitsgruppen (Working Groups, WG): WG I befasst sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, WG II mit Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit, WG III mit Minderungsmaßnahmen. Zusammen mit einem übergreifenden Synthesebericht bilden sie den jeweiligen Sachstandsbericht.
Die Autor*innen-Teams werden für jeden Bericht neu zusammengestellt und arbeiten ehrenamtlich. Die Berichte durchlaufen mehrere Begutachtungsrunden durch Wissenschaftler*innen und Regierungsvertreter*innen, was mitunter kritisiert wird: Im Frühjahr 2023 veröffentlichte die Gruppe Scientist Rebellion Teile des AR6-Syntheseberichts vorab und wies auf Befürchtungen hin, Formulierungen könnten durch politischen Druck abgeschwächt werden.
Politisch ist der IPCC dennoch bedeutsam: AR6 lieferte die wissenschaftliche Basis für den globalen Klimastocktake bei der COP28 in Dubai (2023). Seit Juli 2023 läuft der 7. Bewertungszyklus (AR7); der Synthesebericht ist für 2029 geplant.
Eine strukturelle Einschränkung: Der IPCC bildet den Stand peer-reviewter Veröffentlichungen ab, Erkenntnisse, die nach Abschluss eines Zyklus entstehen, fließen erst in den nächsten Bericht ein. Die Klimakrise entwickelt sich aber schneller als Berichtszyklen.
Wie sich der wissenschaftliche Anspruch des IPCC in konkreter deutscher Klimapolitik niederschlägt: 67 Maßnahmen, große Lücken: Was das Klimaschutzprogramm 2026 verspricht und was es schuldig bleibt.
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Quellen
- IPCC (2023). Climate Change 2023: Synthesis Report. doi:10.59327/IPCC/AR6-9789291691647
- Umweltbundesamt (2023). Sechster Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC.
- Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle: de-ipcc.de



