Klima & Erde

Klimakrise

Klimakrise erklärt: aktuelle Copernicus-Zahlen 2025, konkrete Extremwetter-Folgen und warum der Begriff bewusst von „Klimawandel" abweicht.

6 Min. LesezeitAktualisiert am 17.10.2026
Auf einen Blick

Bedeutung
Von Menschen verursachte, rasante Erwärmung der Erde und ihre weitreichenden Folgen für Ökosysteme und Gesellschaften
Messwerte
1,1 Grad Erwärmung 2011 bis 2020 (IPCC), 1,47 Grad im Jahr 2025 (Copernicus)
Begriff
„Krise“ statt „Wandel“ betont Dringlichkeit und menschengemachte Verantwortung
Betroffen
Besonders Länder des Globalen Südens, die am wenigsten zur Erwärmung beigetragen haben
Rahmen
Paris-Abkommen von 2015: Erwärmung deutlich unter 2 Grad, möglichst 1,5 Grad

Einfach erklärt

Die Klimakrise beschreibt die von Menschen verursachte, rasante Erwärmung der Erde und ihre weitreichenden Folgen für Ökosysteme und Gesellschaften. Der Weltklimarat IPCC hat in seinem sechsten Sachstandsbericht (2023) zweifelsfrei belegt, dass menschliche Aktivitäten die globale Durchschnittstemperatur im Zeitraum 2011 bis 2020 um 1,1 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit (1850 bis 1900) erhöht haben, hauptsächlich durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas. Seither hat sich die Lage weiter zugespitzt: Laut dem europäischen Klimadienst Copernicus lag die globale Temperatur allein 2025 bereits bei 1,47 Grad über dem vorindustriellen Niveau, und der Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 überschritt damit erstmals überhaupt über einen Dreijahreszeitraum die 1,5-Grad-Marke. Diese Erwärmung führt zu mehr Extremwetter, heftigeren Hitzewellen, Dürren, Starkregen und einem beschleunigten Meeresspiegelanstieg. Der Begriff „Krise“ statt „Wandel“ betont bewusst die Dringlichkeit und die menschengemachte Verantwortung, eine sprachliche Verschiebung, die maßgeblich von großen Medienhäusern angestoßen wurde. Besonders betroffen sind Länder des Globalen Südens (wirtschaftlich und historisch benachteiligte Staaten, meist in Afrika, Asien und Lateinamerika), die am wenigsten zur Erwärmung beigetragen haben, aber die stärksten Folgen tragen.

Die Klimakrise ist damit nicht nur ein Umwelt-, sondern auch ein Gerechtigkeitsthema.

Kerngedanke


Ausführlich erklärt

Warum die Zahlen gerade jetzt eine neue Schwelle markieren

Der IPCC-Wert von 1,1 Grad basiert auf einem Jahrzehnts-Durchschnitt (2011 bis 2020) und ist methodisch robust, aber naturgemäß nicht mehr taggenau aktuell. Der Weltklimarat selbst forscht nicht eigenständig, sondern wurde 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem UN-Umweltprogramm UNEP gegründet, um den bestehenden wissenschaftlichen Kenntnisstand für die internationale Klimapolitik zusammenzufassen und zu bewerten. Neuere Messungen zeigen seither eine deutliche Beschleunigung: Copernicus registrierte für 2025 eine globale Durchschnittstemperatur von 1,47 Grad über vorindustriellem Niveau, das dritthöchste je gemessene Jahr nach den Rekordjahren 2024 (1,55 Grad) und 2023. Der Wert eines einzelnen Jahres schwankt wegen natürlicher Effekte wie El Niño stark, entscheidender ist der längerfristige Trend: Copernicus stellte fest, dass der Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 erstmals über einen Dreijahreszeitraum die 1,5-Grad-Marke überschritten hat. Bei anhaltendem Trend könnte laut Copernicus die im Paris-Abkommen festgelegte langfristige 1,5-Grad-Grenze bereits in diesem Jahrzehnt erreicht werden. Die vergangenen elf Jahre waren zudem die elf wärmsten je gemessenen. Auffällig ist zudem, wie ungleich sich die Erwärmung verteilt: 2025 verzeichnete die Antarktis laut Copernicus ihre wärmste je gemessene Jahrestemperatur, die Arktis die zweitwärmste, während an Land insgesamt die zweitwärmsten Werte gemessen wurden.

Extremwetter 2025 als Beispiel

Wie sich diese Erwärmung konkret auswirkt, zeigt der WMO-Bericht an einzelnen Ereignissen des Jahres. Hurrikan Melissa erreichte Windgeschwindigkeiten von 298 Kilometern pro Stunde und verursachte Schäden von 8,8 Milliarden US-Dollar. Die Waldbrände in Südkalifornien richteten im Januar 2025 laut Bericht Schäden von über 60 Milliarden US-Dollar an, in Spanien brannten mit über 390.000 Hektar rund fünfmal mehr Fläche als im langjährigen Durchschnitt. Sturzfluten in Texas forderten im Juli 135 Todesopfer, die Zyklone Senyar und Ditwah zusammen mehr als 2.000 Menschenleben. Ein Großteil der überschüssigen Wärme verschwindet dabei zunächst unsichtbar im Meer: Die Ozeane haben laut WMO in den vergangenen zwei Jahrzehnten jährlich Wärmeenergie aufgenommen, die etwa dem 18-Fachen des gesamten menschlichen Energieverbrauchs eines Jahres entspricht. Auch der Meeresspiegel steigt beschleunigt: Er lag Ende 2025 rund 11 Zentimeter über dem Niveau von 1993, die jährliche Anstiegsrate hat sich von 2,65 Millimetern (1993 bis 2011) auf 4,75 Millimeter (2012 bis 2025) fast verdoppelt. Die WMO betont dabei ausdrücklich, dass die Erwärmung der Ozeane und der Meeresspiegelanstieg über Jahrhunderte irreversibel bleiben, ein Effekt, der eng mit dem Überschreiten von Kipp-Punkten zusammenhängt, also Schwellenwerten im Klimasystem, an denen sich Veränderungen selbst verstärken, etwa über den Albedo-Effekt beim Abschmelzen von Eisflächen.

298Kilometer pro Stunde erreichte der Wind von Hurrikan Melissa 2025 (WMO)
135Todesopfer forderten die Sturzfluten in Texas im Juli 2025
11 Zentimeterüber dem Niveau von 1993 lag der Meeresspiegel Ende 2025

Warum „Klimakrise“ statt „Klimawandel“

Der Begriffswandel hat einen konkreten, gut dokumentierten Auslöser: Am 17. Mai 2019 änderte die britische Zeitung The Guardian ihre redaktionellen Sprachrichtlinien. Chefredakteurin Katharine Viner begründete das damit, „climate change“ klinge passiv und sanft, während Wissenschaftler*innen tatsächlich von einer Katastrophe für die Menschheit sprächen. Seither empfiehlt die Zeitung ihren Autor*innen „climate emergency, crisis or breakdown“ statt „climate change“ und „global heating“ statt „global warming“. Diese redaktionelle Entscheidung fiel in eine Zeit wachsenden gesellschaftlichen Drucks: Die Fridays-for-Future-Bewegung, die im August 2018 mit dem Schulstreik von Greta Thunberg begann, hatte die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema bereits deutlich erhöht. Weitere Medien wie die BBC und die Nachrichtenagentur AP zogen im Laufe des Jahres 2019 mit ähnlichen Anpassungen nach. Inhaltlich lässt sich die Wortwahl auch wissenschaftlich begründen: Anders als bei einem allmählichen „Wandel“ drohen im Klimasystem an bestimmten Kipp-Punkten Veränderungen, die sich einmal ausgelöst nicht mehr umkehren lassen, etwa das Abschmelzen der grönländischen Eisschicht.

Verantwortung und Gerechtigkeit

Das Paris-Abkommen

International bildet das Paris-Abkommen den rechtlichen Rahmen im Umgang mit der Klimakrise. Es wurde am 12. Dezember 2015 von 195 Vertragsparteien auf der UN-Klimakonferenz COP21 verabschiedet und trat am 4. November 2016 in Kraft. Artikel 2 legt das Ziel fest, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, sie auf 1,5 Grad zu beschränken. Wer diese Grenze einhalten will, muss mit einem begrenzten CO2-Budget auskommen, also einer festen Gesamtmenge an Treibhausgasen, die insgesamt noch ausgestoßen werden darf. Wie schnell dieses Budget aufgebraucht wird, hängt stark vom Tempo des Kohleausstiegs und der Umstellung auf Klimaneutralität ab. Die Folgen der Klimakrise treffen nicht alle Menschen gleich: Wer in Ländern des Globalen Südens lebt, hat historisch am wenigsten Treibhausgase ausgestoßen, ist aber besonders häufig von Extremwetter betroffen und wird mitunter zu Klimaflüchtlingen, während wohlhabendere Länder mit einem größeren ökologischen Fußabdruck besser vor den unmittelbaren Folgen geschützt sind. Wie ungleich die historische Verantwortung verteilt ist, zeigen Langzeitdaten von Our World in Data: Allein die USA stehen für rund 25 Prozent der kumulierten CO2-Emissionen seit 1751, die EU-28-Staaten für weitere rund 22 Prozent. Bis 1950 stammte mehr als die Hälfte aller historischen CO2-Emissionen aus Europa, bis 1882 sogar über die Hälfte allein aus dem Vereinigten Königreich. Genau dieses Ungleichgewicht zwischen Verursachung und Betroffenheit steht im Zentrum des Konzepts der Klimagerechtigkeit.

Quelle: IPCC (2023): AR6 Synthesis Report – Climate Change 2023 / Copernicus Climate Change Service: 2025 was the third-hottest year on record / WMO: State of the Global Climate 2025 / UNFCCC: The Paris Agreement / EcoWatch: The Guardian Updates Its Style Guide (Mai 2019) / Our World in Data: Who has contributed most to global CO2 emissions?

Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Ich habe ihn selbst geprüft und verantworte als Inhaber den Inhalt. Mehr zur KI-Nutzung

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