Pinkwashing


Einfach erklärt

Pinkwashing bezeichnet die Praxis von Unternehmen, Regierungen oder Institutionen, queere Symbole, Regenbogenfarben und LGBTQIA+-Themen zu nutzen, um ein positives Image zu erzeugen, ohne dass dies von echter Unterstützung queerer Menschen oder strukturellen Veränderungen begleitet wird. Der Begriff ist eine Analogie zu Greenwashing: wie dort umweltfreundliche Symbolik ohne substanzielle Maßnahmen, steht hier queere Symbolik ohne strukturelle Konsequenz.

Pinkwashing zeigt sich besonders auffällig im Juni (Pride-Monat): Wenn Konzerne ihre Logos in Regenbogenfarben tauchen, aber keine trans*-inklusiven Krankenversicherungen anbieten oder queere Mitarbeiter:innen in konservativen Ländern nicht schützen. Oder wenn Staaten Queer-Freundlichkeit instrumentalisieren, um andere Länder als rückständig darzustellen: ein Mechanismus, den die Kulturwissenschaftlerin Jasbir Puar als „Homonationalismus“ beschrieben hat. Das Ziel ist immer dasselbe: queere Sichtbarkeit als Marketingstrategie, nicht als Befreiungsprojekt.


Ausführlich erklärt

Pinkwashing wurde in seiner heutigen Bedeutung maßgeblich in der US-amerikanischen und israelisch-palästinensischen Debatte geprägt. „PinkWatching Israel“ nutzte ihn, um zu beschreiben, wie Israel seine LGBTQIA+-Rechte als PR-Werkzeug gegen Kritik an der Besatzungspolitik einsetzte, queere Gleichberechtigung also zum Ablenkungsmanöver machte.

Intersektional problematisch ist Pinkwashing, weil es Homonormativität verstärkt: Es macht bestimmte (oft weiße, cis-männliche, gut verdienende) queere Identitäten sichtbar, während trans* Personen, queere Menschen of Color und Menschen in Armut unsichtbar bleiben. Intersektionalität als Analysewerkzeug fragt: Wessen Queerness wird hier vermarktet, und wessen nicht? Pinkwashing zu erkennen bedeutet nicht, jeden Pride-Beitrag zu verteufeln, sondern zwischen symbolischer und struktureller Unterstützung zu unterscheiden.

Quellen: Puar, J. (2007): Terrorist Assemblages: Homonationalism in Queer Times. Duke University Press. Duggan, L. (2002): „The New Homonormativity“, in: Castronovo & Nelson (Hg.): Materializing Democracy. Duke University Press.


Wie mehrfache Diskriminierung sich in der Klimakrise konkret zeigt: Doppelt betroffen: Warum die Klimakrise queere Menschen härter trifft.


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  • Greenwashing: das Vorbild, an das der Begriff Pinkwashing bewusst anknüpft
  • Homonormativität: die Norm, die Pinkwashing zusätzlich verstärkt
  • LGBTQIA+: die Community, deren Symbolik für Pinkwashing genutzt wird
  • Intersektionalität: der Rahmen, der zeigt, wessen Queerness bei Pinkwashing sichtbar gemacht wird und wessen nicht
  • Queer: die politische Haltung, die Pinkwashing als rein symbolische Vermarktung kritisiert



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