Klima & Erde

Emissionen

Emissionen erklärt: Unterschied zu Immissionen, Treibhausgase und Luftschadstoffe, wie sie gezählt werden und woher sie kommen. Stand Oktober 2026.

8 Min. LesezeitAktualisiert am 20.10.2026
Auf einen Blick

Gemeint
Von einer Quelle abgegebene Stoffe oder Energie, etwa Gase, Staub, Lärm oder Wärme
Gegenstück
Immissionen: die Einwirkungen, die an einem Ort ankommen
Zwei große Gruppen
Treibhausgase (Klima) und Luftschadstoffe (Gesundheit, Ökosysteme)
Maßeinheit
Tonnen, bei Treibhausgasen als CO₂-Äquivalent (CO₂e)
Weltweit 2019
59 Gigatonnen CO₂e netto, 54 % mehr als 1990 (IPCC)
Deutschland 2025
rund 649 Millionen Tonnen CO₂e ohne Landnutzung (UBA)

Einfach erklärt

Emissionen sind Stoffe oder Energieformen, die eine Quelle an ihre Umgebung abgibt: Abgase aus einem Auspuff, Rauch aus einem Schornstein, Methan aus dem Magen einer Kuh, Lärm von einer Fabrik. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) versteht darunter die von einer Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnlichen Erscheinungen. In Klima- und Umweltdebatten sind meist Gase und Staub gemeint, die in die Luft gelangen.

Davon zu trennen sind Immissionen. So nennt dasselbe Gesetz die Einwirkungen, die bei Menschen, Tieren, Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre und Klima ankommen. Das Abgas am Auspuff ist eine Emission, die Luft an der Straße, die Passanten einatmen, eine Immission. Für Emissionen legt die Politik zum Beispiel nationale Höchstmengen fest, für Immissionen Grenzwerte der Luftqualität.

Zwei große Gruppen stehen im Mittelpunkt. Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O) verstärken den Treibhauseffekt und verändern das Klima der ganzen Erde. Luftschadstoffe wie Feinstaub, Stickstoffoxide, Schwefeldioxid und Ammoniak belasten Gesundheit und Ökosysteme. Sie wirken oft in der Nähe ihrer Quelle, werden laut Umweltbundesamt (UBA) aber teils über hunderte Kilometer transportiert. Beide Gruppen entstehen häufig bei denselben Tätigkeiten: beim Verbrennen von Kohle, Öl und Gas, im Verkehr, in der Industrie und in der Landwirtschaft.

Merke

Emissionen werden an der Quelle gezählt, Immissionen dort, wo sie ankommen. Beides gehört zusammen, folgt aber verschiedenen Zahlen und Regeln.


Ausführlich erklärt

Treibhausgase und Luftschadstoffe im Vergleich

Treibhausgase halten Wärme in der Atmosphäre zurück. Weil sich die langlebigen unter ihnen gut durchmischen, kommt es für die Erwärmung nicht darauf an, wo eine Tonne ausgestoßen wird. Die Wirkungsdauer unterscheidet sich stark: Laut Sechstem Sachstandsbericht des IPCC (2021) klingt eine zusätzliche Menge Methan mit einer Lebensdauer von 11,8 Jahren ab, bei Lachgas sind es 109 Jahre. CO₂ wirkt deutlich länger: Nach Angaben des UBA befinden sich heute freigesetzte Mengen selbst nach 1.000 Jahren noch zu etwa 15 bis 40 Prozent in der Luft.

Luftschadstoffe sind eine eigene Familie. Die EU regelt in der NEC-Richtlinie (Richtlinie (EU) 2016/2284) fünf davon: Schwefeldioxid, Stickstoffoxide, flüchtige organische Verbindungen außer Methan (NMVOC), Ammoniak und Feinstaub. Ihre Quellen sind unterschiedlich. Stickstoffoxide entstehen nach dem UBA bei Verbrennungsprozessen in Motoren und Feuerungsanlagen, in Ballungsgebieten ist der Straßenverkehr die bedeutendste Quelle. Beim Ammoniak ist die Landwirtschaft mit etwa 95 Prozent Hauptemittent in Deutschland, über 70 Prozent stammen aus der Tierhaltung. Feinstaub wird entweder direkt an der Quelle freigesetzt oder entsteht in der Luft aus Vorläufern wie Schwefel- und Stickoxiden und Ammoniak. Der Ammoniak aus dem Stall kann also in der Stadt zur Feinstaubbelastung beitragen.

Die Folgen sind messbar. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verursachte die Verschmutzung der Außenluft 2019 weltweit 4,2 Millionen vorzeitige Todesfälle, 89 Prozent davon in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Zudem lebten 99 Prozent der Weltbevölkerung an Orten, an denen die WHO-Leitwerte nicht eingehalten wurden.

59 GtCO₂e netto weltweit 2019, Ausstoß abzüglich Entnahme (IPCC)
4,2 Mio.vorzeitige Todesfälle durch Außenluftverschmutzung 2019 (WHO)
344 gCO₂ je Kilowattstunde im deutschen Strommix 2025 (UBA)

Wie Emissionen gezählt werden

Nationale Emissionen werden berechnet, nicht direkt gemessen. Das UBA ermittelt die Luftschadstoffe jährlich aus Statistiken von Bund und Ländern, Angaben von Verbänden und Betrieben sowie Modellen. Aus einer Tätigkeit wird mit einem Emissionsfaktor eine Menge: Pro Kilowattstunde des in Deutschland verbrauchten Stroms wurden 2025 bei der Erzeugung durchschnittlich 344 Gramm CO₂ ausgestoßen, 2024 waren es 353 und 2023 379 Gramm.

Wichtig ist, wem eine Emission zugerechnet wird. Nach der Systematik des UBA für Luftschadstoffe werden Emissionen den Erzeugern zugerechnet, unabhängig vom Ort des Verbrauchs: Die Emissionen aus der Stromproduktion gehören den Kraftwerken und nicht den Verbrauchern. Im Verkehr folgt die Zählung dem Absatzprinzip: Das CO₂ richtet sich nach den in Deutschland verkauften Kraftstoffmengen. Der IPCC unterscheidet davon konsumbasierte Emissionen, also jene, die freigesetzt werden, um die Güter und Dienstleistungen einer Region herzustellen, die dort konsumiert werden. Dieselbe Fabrik taucht je nach Methode in der Bilanz des Herstellungslandes oder des Käuferlandes auf.

Auch die Umrechnung in CO₂-Äquivalente beeinflusst Zahlen. Der IPCC nennt für das Treibhauspotenzial über 100 Jahre bei Methan aus fossilen Quellen 29,8 und aus nicht fossilen Quellen 27,0, bei Lachgas 273. Die deutsche Berichterstattung rechnet dagegen mit den Werten des Fünften Sachstandsberichts: 28 für Methan und 265 für Lachgas. Zahlen aus verschiedenen Quellen sind deshalb nicht immer direkt vergleichbar.

Unternehmen ordnen ihre Emissionen nach dem Standard des Greenhouse Gas Protocol in drei Bereiche (Scopes). Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen, etwa Heizkesseln oder Fahrzeugen, Scope 2 Emissionen aus eingekaufter Elektrizität. Scope 3 deckt alle übrigen indirekten Emissionen ab, etwa die Herstellung eingekaufter Materialien, und ist in diesem Standard optional.

Woher die Emissionen kommen

Weltweit lagen die menschengemachten Netto-Emissionen an Treibhausgasen 2019 laut IPCC bei 59 ± 6,6 Gigatonnen CO₂e. Das sind 12 Prozent mehr als 2010 und 54 Prozent mehr als 1990. Auf die Energieversorgung entfielen 34 Prozent, auf die Industrie 24, auf Landwirtschaft und Landnutzung 22, auf den Verkehr 15 und auf Gebäude 6 Prozent. Weil dabei Strom und Wärme noch der Energieversorgung zugerechnet werden, steigen die Anteile von Industrie und Gebäuden, wenn diese Emissionen den Verbrauchern zugeordnet werden: auf 34 und 16 Prozent.

In Deutschland nennt das UBA für 2025 folgende Treibhausgasemissionen der Sektoren des Klimaschutzgesetzes:

  • Energiewirtschaft: 189,1 Millionen Tonnen CO₂e
  • Verkehr: 146,3 Millionen Tonnen, gestiegen
  • Industrie: 144 Millionen Tonnen, gesunken
  • Gebäude: 103,4 Millionen Tonnen, gestiegen bei kälterer Witterung
  • Landwirtschaft: 60,8 Millionen Tonnen
  • Abfallwirtschaft und Sonstiges: 5,1 Millionen Tonnen

Zusammen sind das rund 649 Millionen Tonnen. Der Sektor Landnutzung wird getrennt geführt, weil er Quelle und Senke zugleich sein kann: 2025 nahm der Wald 19,3 Millionen Tonnen CO₂e auf, doch Grünland, Feuchtgebiete (vor allem trockengelegte Moore), Ackerland und Siedlungen setzten mehr frei. Unterm Strich blieb der Sektor mit 26,9 Millionen Tonnen eine Netto-Quelle. Das Ziel des Klimaschutzgesetzes ist Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045, mehr dazu unter Netto-Null-Emissionen.

Wie belastbar sind die Zahlen?

Emissionen sind Schätzungen mit Spannweite. Der IPCC nennt für die globale Summe der Treibhausgase eine Unsicherheit von etwa 11 Prozent, für CO₂ aus Landnutzung von etwa 70 Prozent. Die hier genannten Quellen stammen überwiegend von Behörden und internationalen Gremien aus Europa; Stimmen aus dem Globalen Süden (Länder, die oft kolonial geprägt und wirtschaftlich benachteiligt sind) kommen nur vermittelt vor.

Regeln für Luftschadstoffe

Für Luftschadstoffe gibt es zwei Regelwerke, die zu den beiden Blickrichtungen passen. Die NEC-Richtlinie begrenzt Emissionen: Deutschland muss ab 2030 gegenüber 2005 mindestens 58 Prozent weniger Schwefeldioxid, 65 Prozent weniger Stickstoffoxide, 28 Prozent weniger NMVOC, 29 Prozent weniger Ammoniak und 43 Prozent weniger Feinstaub (PM2,5) ausstoßen. Nach dem UBA sind die Emissionen seit 1990 deutlich gesunken, die stärksten Minderungen gelangen bei vielen Stoffen in der ersten Hälfte der 1990er Jahre. Bei Ammoniak sinken sie erst seit 2014.

Die Richtlinie (EU) 2024/2881 über Luftqualität regelt dagegen die Immissionen. Ab dem 1. Januar 2030 gilt als Jahresgrenzwert für PM2,5 10 Mikrogramm je Kubikmeter (bisher 25) und für Stickstoffdioxid 20 (bisher 40). Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie bis zum 11. Dezember 2026 in nationales Recht übernehmen.

Wer emittiert, wer trägt die Folgen

Emissionen sind weltweit sehr ungleich verteilt. Nach dem IPCC lagen die Pro-Kopf-Emissionen 2019 in den am wenigsten entwickelten Ländern (Least Developed Countries, Bezeichnung des IPCC) bei 1,7 Tonnen CO₂e, im weltweiten Durchschnitt bei 6,9 Tonnen, jeweils ohne Landnutzung. Diese Länder trugen von 1850 bis 2019 weniger als 0,4 Prozent zu den historischen CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen und Industrie bei. Auch die Last der Luftverschmutzung liegt überwiegend in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen: 89 Prozent der oben genannten Todesfälle. Wer wie viel verantworten muss, behandelt der Eintrag Klimagerechtigkeit; wie viel noch ausgestoßen werden darf, der Eintrag CO₂-Budget.

Was als Emission gezählt und wem sie zugerechnet wird, ist eine Festlegung, keine reine Messung.

Kerngedanke

Quellen: BImSchG § 3 / UBA: Treibhausgas-Emissionen / UBA: Luftschadstoff-Emissionen / UBA: Emissionen von Luftschadstoffen / UBA: Luftschadstoffe im Überblick / UBA: Ammoniak / UBA: Stickstoffoxide / UBA: Feinstaub / UBA: Strom- und Wärmeversorgung / IPCC AR6 WGIII, Summary for Policymakers / IPCC AR6 WGI, Kapitel 7 / Richtlinie (EU) 2016/2284 (NEC-Richtlinie) / Richtlinie (EU) 2024/2881 / WHO: Outdoor air quality and health / GHG Protocol: Corporate Standard

Hinweis zur Quellenlage: Stand 20. Oktober 2026. Deutschland: vorläufige UBA-Sektorzahlen 2025. WHO: Daten für 2019.


Wie Städte ihre Luftbelastung in kurzer Zeit messbar senken konnten: 19 Städte haben ihre Luftverschmutzung in 14 Jahren um bis zu 45 Prozent gesenkt.


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Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Ich habe ihn selbst geprüft und verantworte als Inhaber den Inhalt. Mehr zur KI-Nutzung

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