- Bedeutung
- Rechtsextremer Zahlencode, auch Anti-Antifa-Code genannt
- Entschlüsselung
- 1, 1, 6 und 1 stehen für A, A, F und A: „AafA“, Anti-antifaschistische Aktion
- Verwendung
- In Organisationsnamen, als Aktionslabel und in Schmierereien, zur Drohung gegen den politischen Gegner
- Rechtlich
- Als Zahlencode nicht verboten
- Nicht verwechseln
- Mit 161, dem antifaschistischen Code für „AFA“
Einfach erklärt
„1161“ ist ein rechtsextremer Zahlencode, auch Anti-Antifa-Code genannt. Die Bedeutung ergibt sich aus der Position der Buchstaben im Alphabet: Die Ziffern 1, 1, 6 und 1 stehen für A, A, F und A. Zusammen ergibt das „AafA“, die Abkürzung für „Anti-antifaschistische Aktion“, im Alltag meist kurz Anti-Antifa genannt. Die Anti-Antifa ist nach dem Berliner Register eine Strategie der extremen Rechten zur gezielten Einschüchterung politischer Gegner*innen.
Mit dem Code markieren Rechtsextreme ihre Gegnerschaft zu antifaschistischen Gruppen und Personen.
Kerngedanke
Für Nicht-Eingeweihte sind solche Zahlencodes nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung häufig unverständlich, innerhalb der rechtsextremen Szene wirken sie identitätsstiftend. Nach Angaben des Berliner Registers kommt 1161 in Organisationsnamen, als Aktionslabel und in Schmierereien vor und dient der Drohung gegen den politischen Gegner. Ein konkretes Beispiel aus der Dokumentation des Registers: Am 13.09.2024 wurde der Code in der Kopenhagener Straße im Berliner Bezirk Pankow entdeckt und überklebt.
Zur Einordnung: Das Berliner Register nennt 1161 einen „extrem rechten Zahlencode“, die Organisation Gesicht Zeigen! einen „Neonazi-Code“. Das Aussteigerprogramm Niedersachsen führt ihn in seiner Übersicht rechtsextremer Codes. Der Code ist als solcher nicht verboten.
1161 ist nicht 161
Wichtig für die Abgrenzung: „1161“ darf nicht mit 161 verwechselt werden. 161 steht für „AFA“, also Antifaschistische Aktion, und ist ein antifaschistischer Code. 1161 wird von Rechtsextremen verwendet und richtet sich gegen genau diese Seite. Beide Zahlen sehen ähnlich aus, bedeuten aber das Gegenteil voneinander.
Ausführlich erklärt
Was bedeutet 1161?
1161 bedeutet „Anti-antifaschistische Aktion“, abgekürzt „AafA“. Wie bei den meisten politischen Zahlencodes steht jede Ziffer für die Position eines Buchstabens im Alphabet: 1 für A und 6 für F. Gesicht Zeigen! schlüsselt den Code über die Anfangsbuchstaben von „Anti-antifaschistische Aktion“ auf, also A, a, f und A. Das Berliner Register beschreibt die ersten beiden Buchstaben als Silbenfolge „Anti-Anti“, während „FA“ für sich selbst beziehungsweise für „Faschismus“ stehe.
Das Prinzip entspricht anderen rechtsextremen Zahlencodes. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) beschreibt, dass Rechtsextreme Zahlencodes als Wiedererkennungszeichen und zur Verschlüsselung strafrechtlich verbotener Inhalte nutzen. Als Beispiele nennt sie 88 („HH“, Heil Hitler) und 18 („AH“, Adolf Hitler). Anders als 88 und 18 benennt 1161 weder einen Gruß noch eine Person, sondern eine Gegnerschaft. Wann der Code erstmals verwendet wurde, ist in den herangezogenen Quellen nicht dokumentiert.
Ist 1161 ein rechtsextremer Code?
Ja, 1161 gilt als rechtsextremer Code. Das Berliner Register nennt ihn einen „extrem rechten Zahlencode“ und beschreibt seine Verwendung in Organisationsnamen, als Aktionslabel und in Schmierereien. Gesicht Zeigen! führt 1161 in einer Übersicht von Codes, die Rechtsextreme im Internet nutzen (Stand 20.05.2025), als „Neonazi-Code“. Das Aussteigerprogramm Niedersachsen weist 1161 in der Kategorie „Codes“ aus und nennt Gesicht Zeigen (2025) als Quelle.
Gesicht Zeigen! rechnet solche Zahlen und Emojis zu den sogenannten Dogwhistles, also Botschaften, die nur eine bestimmte Gruppe versteht, und betont, dass der Kontext zu beachten ist. Für 1161 dokumentiert das Berliner Register konkrete Fälle: Am 05.02.2024 wurde der Code in der Halle des S-Bahnhofs Adlershof im Bezirk Treptow-Köpenick entdeckt, am 13.09.2024 in der Kopenhagener Straße im Bezirk Pankow, wo er überklebt wurde. Beide Funde ordnet das Register als Zahlencode gegen Antifaschist*innen ein.
Die Quellenlage zu 1161 ist schmaler als bei 88 oder 18, die die bpb ausdrücklich aufführt: Die bpb nennt 1161 in ihrem Glossareintrag zu Zahlencodes nicht. Die Einordnung stützt sich hier auf das Berliner Register, Gesicht Zeigen! und das Aussteigerprogramm Niedersachsen.
Was ist die Anti-Antifa?
Anti-Antifa bezeichnet nach dem Berliner Register eine Strategie der extremen Rechten zur gezielten Einschüchterung politischer Gegner*innen. Betroffen sind Antifaschist*innen, zivilgesellschaftliche Akteur*innen, Angehörige demokratischer Parteien, Gewerkschafter*innen und Journalist*innen. Die Aktivitäten beruhen auf der systematischen Sammlung privater Informationen zu Strukturen, Objekten und Personen, die bis zu umfassenden „Feindeslisten“ reicht. Die Daten werden persönlich weitergegeben oder veröffentlicht, darauf aufbauend kann es zu Bedrohungen oder sogar Angriffen auf Personen oder deren Lebensumfeld kommen. Seit Beginn der 1990er Jahre haben sich solche Aktivitäten dem Register zufolge als eigenständiges Feld neonazistischer Politik etabliert, vor allem in der Szene der „Autonomen Nationalisten“.
Die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport beschreibt in ihrem Glossar, dass sich die politischen Aktionen der „Autonomen Nationalisten“ vornehmlich gegen den politischen Gegner („Anti-Antifa“) richten, den Charakter von Machtdemonstrationen haben und dass Gewalt unter Berufung auf ein abstraktes „Selbstverteidigungsrecht“ legitimiert werde. Die von der Szene unterhaltene Internetseite „Nationaler Widerstand Berlin“ veröffentliche Informationen über „Linke Läden“ und Personen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren. Damit sollen laut Senatsverwaltung eine Drohkulisse aufgebaut und die Betroffenen eingeschüchtert werden. Die Gegenseite, gegen die sich die Strategie richtet, ist die Antifa; ihre politische Haltung beschreibt der Eintrag Antifaschismus.
Ist 1161 strafbar?
Nein, der Zahlencode 1161 ist als solcher nicht strafbar. Das Aussteigerprogramm Niedersachsen weist ihn in seiner Codeübersicht ausdrücklich als nicht strafbar aus. Die bpb hält allgemein fest, dass Zahlencodes in der Regel nicht illegal sind und deshalb auch dann strafrechtlich nicht verfolgt werden können, wenn die Polizei weiß, was damit gemeint ist.
Strafbar ist nach § 86a StGB das Verwenden von Kennzeichen bestimmter Parteien und Vereinigungen, die § 86 StGB benennt, etwa von Parteien, die das Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt hat, oder von unanfechtbar verbotenen Vereinigungen. Für 1161 führt keine der herangezogenen Quellen eine solche Einstufung an.
Unabhängig vom Code selbst können Handlungen in seinem Umfeld strafbar sein. Das Aufsprühen oder Aufkleben auf fremdes Eigentum kann eine Sachbeschädigung nach § 303 StGB sein, wenn das Erscheinungsbild einer fremden Sache unbefugt, nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert wird. Eine Bedrohung nach § 241 StGB setzt voraus, dass mit einer rechtswidrigen Tat gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die körperliche Unversehrtheit, die persönliche Freiheit oder gegen eine Sache von bedeutendem Wert gedroht wird. Ob eine Schmiererei mit 1161 im Einzelfall diese Voraussetzung erfüllt, beurteilen Gerichte.
Für „Feindeslisten“ gibt es mit § 126a StGB (Gefährdendes Verbreiten personenbezogener Daten) einen eigenen Straftatbestand. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung von 2021 versteht darunter Sammlungen von Daten, vor allem Adressdaten, die mit ausdrücklichen oder subtilen Drohungen verbunden werden, und beschreibt die Betroffenen als meist politisch oder gesellschaftlich engagierte Personen. Die Vorschrift sieht Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder Geldstrafe vor, bei nicht allgemein zugänglichen Daten bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe.
Wo lässt sich 1161 melden?
In Berlin nimmt das Berliner Register Meldungen zu Vorfällen entgegen, darunter solche, die sich gegen demokratisch engagierte Personen richten oder einen rassistischen, antisemitischen, LGBTIQ*-feindlichen oder NS-verharmlosenden Hintergrund haben. Das Meldeformular fragt, wo, wann und was passiert ist. Meldungen sind außerdem per Telefon, Signal oder Telegram, Instagram, über die „AnDi“-App des Landes Berlin, per Post oder persönlich bei bezirklichen Registerstellen möglich. Name und Telefonnummer sind optional, und ein Vorfall kann gezählt werden, ohne dass er veröffentlicht wird.
Was unterscheidet 1161 von 161?
1161 und 161 unterscheiden sich in Bedeutung, Lager und Verwendung, obwohl sich die Ziffernfolgen nur um eine Eins unterscheiden:
- Bedeutung: 1161 steht für „AafA“, die Anti-antifaschistische Aktion, kurz Anti-Antifa. 161 steht für „AFA“, die Antifaschistische Aktion.
- Zuordnung: 1161 gilt als rechtsextremer Code. 161 ist ein antifaschistischer Code, den die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung unter den Abkürzungen aufführt, die unter Linksextremen geläufig sind. Wie 161 behördlich eingeordnet wird, steht im Eintrag 161 Bedeutung.
- Verwendung: 1161 dient laut Berliner Register der Drohung gegen den politischen Gegner. 161 bezeichnet die Antifaschistische Aktion, deren Geschichte in einem eigenen Eintrag steht.
- Rechtlich: Das Aussteigerprogramm Niedersachsen führt 1161 als nicht strafbar. Die rechtliche Einordnung von 161 steht im Eintrag 161 Bedeutung.
Für die Einordnung eines Aufklebers oder Graffitis ist deshalb die Ziffernfolge entscheidend: 161 enthält 2 Einsen, 1161 enthält 3. Darüber hinaus zeigt der Vergleich, dass ein Zahlencode erst durch seinen Kontext lesbar wird: Dieselbe Ziffernfolge mit einer Eins mehr steht für die Gegenseite.
Quelle: Berliner Register: Glossar (1161, Anti-Antifa) / Berliner Register (05.02.2024): Zahlencode gegen Antifaschist*innen in Adlershof / Berliner Register (13.09.2024): Extrem rechte Zahlencode gegen Antifaschist*innen in Prenzlauer Berg / Berliner Register: Vorfall melden / Aussteigerprogramm Niedersachsen (Land Niedersachsen): Codes, 1161 / Gesicht Zeigen! (2025): Diese Codes nutzen Rechtsextreme im Internet / Bundeszentrale für politische Bildung: Glossar, Zahlencodes / Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin: Glossar, Autonome Nationalisten / Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung (2022): Symbole und Erkennungszeichen der linksextremen Szene / Bundesregierung (2021): Gesetzentwurf zum Schutz gegen sogenannte Feindeslisten, Drucksache 19/28678 / Gesetze im Internet: § 86 StGB, § 86a StGB, § 126a StGB, § 241 StGB, § 303 StGB