Antifa


Kompakt erklärt

Antifa ist die gebräuchliche Kurzform für antifaschistische Gruppen und Aktivist*innen, die sich aktiv gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Neonazismus organisieren. Der Name geht auf die „Antifaschistische Aktion“ zurück, ein 1932 gegründetes Bündnis aus KPD (Kommunistische Partei Deutschlands), SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und Gewerkschaften gegen die aufkommende NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei), dessen Logo mit den zwei roten Fahnen im Kreis seit den 1980er Jahren modernisiert weiterverwendet wird. Heute ist die Szene keine einheitliche Organisation, sondern ein loses Netzwerk aus kleinen lokalen Gruppen bis hin zu größeren Bündnissen, die basisdemokratisch, also ohne feste Hierarchien, arbeiten. Ein konkretes Beispiel: Antifa-Gruppen sind häufig bei Gegenprotesten gegen rechte Aufmärsche sichtbar, denn sie verstehen den Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und Homophobie, die im bpb-Glossar zu Rechtsextremismus als dessen ideologische Merkmale gelten, als Teil ihres Selbstverständnisses. Die öffentliche Wahrnehmung bleibt ambivalent: Der Verfassungsschutz unterscheidet zwischen einer breiten, nicht gewaltorientierten Mehrheit und einer kleineren Gruppe, die auch militante Aktionsformen für legitim hält.


Für Neugierige

Wissenschaftlich gilt die Bezeichnung „die Antifa“ als Sammelbegriff, der die Heterogenität der Szene oft verdeckt: Die bpb-Studie „Die Antifa, eine Spurensuche“ unterscheidet unter anderem Post-Autonome, die Interventionistische Linke und das Bündnis „Ums Ganze“, die sich in Zielen und Methoden erheblich unterscheiden. Der Verfassungsschutz führt für 2025 ein linksextremistisches Personenpotenzial von 42.200 Personen, davon 11.600 als gewaltorientiert eingestuft: Diese verstehen Straftaten und Gewalt als legitimen Teil ihres selbst erklärten „antifaschistischen Kampfes“, wobei sich diese laut Verfassungsschutz von Sachbeschädigung und Brandstiftung bis zu sogenannten „Outings“ und in Einzelfällen körperlichen Angriffen erstreckt, auch gegen Ziele, die nicht direkt rechtsextrem sind, etwa Polizei. Wichtig für die Einordnung: Die weit überwiegende Mehrheit antifaschistisch aktiver Menschen ist in diesen Statistiken nicht enthalten, da sie sich an zivilgesellschaftlichem, gewaltfreiem Engagement beteiligt. Die Debatte um Antifa zeigt exemplarisch ein größeres Muster: Wie lässt sich entschlossener Widerstand gegen menschenverachtende Ideologien von der Frage nach legitimen Mitteln trennen, ohne beides pauschal gleichzusetzen?

Quelle: bpb.de (2019): „Die Antifa“, eine Spurensuche / Bundesamt für Verfassungsschutz: Linksextremismus, Zahlen und Fakten (Stand 2025)


Verwandte Begriffe: Antifaschismus · Rechtsextremismus · Antifaschistische Codes · Ziviler Ungehorsam · Hufeisentheorie




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