Klima & Erde

Carbon Budget

Carbon Budget (auf Deutsch „Kohlenstoffbudget“) bezeichnet die Gesamtmenge an Kohlendioxid (CO₂) und anderen Treibhausgasen, die noch ausgestoßen werden darf, ohne ein bestimmtes Temperaturziel zu überschreiten.

2 Min. LesezeitAktualisiert am 19.09.2026

Einfach erklärt

Carbon Budget (auf Deutsch „Kohlenstoffbudget“) bezeichnet die Gesamtmenge an Kohlendioxid (CO₂) und anderen Treibhausgasen, die noch ausgestoßen werden darf, ohne ein bestimmtes Temperaturziel zu überschreiten. Das Pariser Abkommen (2015) hat als Ziel festgelegt, die Erderwärmung auf 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Das verbleibende Budget für dieses Ziel ist begrenzt: Laut dem Weltklimarat (IPCC, Intergovernmental Panel on Climate Change) betrug das verbleibende globale Carbon Budget für 1,5 °C Anfang 2023 noch rund 250–400 Gigatonnen CO₂, bei einem globalen Jahresausstoß von etwa 37 Gigatonnen. Das bedeutet: Bei unverändertem Kurs ist dieses Budget innerhalb von sieben bis elf Jahren aufgebraucht.

Das Carbon Budget macht das abstrakte Klimaproblem konkret: Es zeigt, dass jede eingesparte Tonne CO₂ zählt und dass die Zeit tatsächlich messbar begrenzt ist.


Ausführlich erklärt

Das Konzept wurde maßgeblich durch den IPCC entwickelt und basiert auf dem physikalischen Zusammenhang, dass die kumulative Menge emittierter Treibhausgase (nicht die jährliche Rate) den Temperaturanstieg bestimmt. Dieser lineare Zusammenhang wurde erstmals im Fünften IPCC-Sachstandsbericht (AR5, 2013) formalisiert.

Umstritten ist, wie das verbleibende Budget gerecht verteilt werden sollte, eine Kernfrage der Klimagerechtigkeit: Länder des Globalen Nordens (wohlhabende Industriestaaten) haben historisch den größten Teil des Budgets aufgebraucht, während Länder des Globalen Südens (ökonomisch marginalisierte Teile der Weltgemeinschaft) stärker von den Klimafolgen betroffen sind. Eine gerechte Verteilung würde bedeuten, dass industrialisierte Staaten früher und drastischer reduzieren müssen.

Auch methodisch gibt es Spielraum: Je nachdem, ob Methan, Lachgas oder Landnutzungsänderungen einbezogen werden, variieren die Budgetberechnungen erheblich. Die Debatte darum ist keine akademische. Sie entscheidet, wie viel Handlungsspielraum als legitim gilt.

Quellen: IPCC (2023). Sixth Assessment Report (AR6), Synthesis Report. | Matthews, H. D. et al. (2009). The proportionality of global warming to cumulative carbon emissions. Nature, 459, 829–832.


Wer die Klimakrise historisch verursacht hat und wer ihre Folgen trägt, hängt eng mit globaler Vermögensungleichheit zusammen: Wessen Planet brennt? Wie extreme Vermögensungleichheit die Klimakrise antreibt.


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