Rassismus


Einfach erklärt

Rassismus ist ein System der Ungleichbehandlung, das Menschen aufgrund ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen ethnischen Herkunft, Hautfarbe oder kulturellen Zugehörigkeit benachteiligt. Er zeigt sich auf drei Ebenen: persönlich (rassistische Bemerkungen oder Ablehnung), institutionell (diskriminierende Gesetze, ungleicher Zugang zu Bildung oder Arbeit) und strukturell (historisch gewachsene Machtverhältnisse, die Ungleichheit reproduzieren). Ein Beispiel für strukturellen Rassismus: Menschen mit nicht-deutsch klingendem Namen erhalten nachweislich seltener Rückrufe auf Bewerbungen, auch bei identischen Qualifikationen. Rassismus ist kein Gedankenproblem Einzelner. Er ist in gesellschaftliche Strukturen eingebaut. Wichtig: Rassismus setzt Macht voraus. Vorurteile und Abneigung kann jede Person haben. Rassismus als System trifft aber strukturell Benachteiligte. Gegen ethnisch weiße Menschen in westlichen Gesellschaften, in denen Weißsein die dominante gesellschaftliche Norm ist, gibt es keinen Rassismus.


Ausführlich erklärt

Rassismus hat keine biologische Grundlage. Das Konzept der „Rasse“ wurde von der modernen Genetik widerlegt. Dennoch wirken die gesellschaftlichen Folgen rassistischer Kategorisierungen bis heute nach. Der Begriff des strukturellen Rassismus geht auf Kwame Ture und Charles V. Hamilton zurück, die 1967 in „Black Power“ zwischen individuellem und institutionellem Rassismus unterschieden. Intersektionalität, ein Begriff der Rechtswissenschaftlerin Kimberlé Crenshaw, zeigt, wie Rassismus mit anderen Diskriminierungsachsen wie Klasse, Geschlecht oder Sexualität zusammenwirkt. Klimarassismus ist ein Teilbereich davon: Menschen im Globalen Süden (Länder, die strukturell von globalem Reichtum ausgeschlossen sind) leiden am stärksten unter der Klimakrise, obwohl sie am wenigsten zu ihr beigetragen haben. Antirassistische Arbeit bedeutet nicht nur, individuelle Vorurteile abzubauen, sondern Strukturen zu verändern, die Ungleichheit reproduzieren.

Quellen: Ture, K. & Hamilton, C.V. (1967). Black Power. / Crenshaw, K. (1989). Demarginalizing the Intersection of Race and Sex. University of Chicago Legal Forum. / Deutsches Institut für Menschenrechte: Rassismus in Deutschland (2021).


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