Klimafinanzierung


Kompakt erklärt

Klimafinanzierung bezeichnet alle Geldflüsse, die für Klimaschutz und Klimaanpassung eingesetzt werden: staatliche Mittel (z.B. Entwicklungshilfe oder Haushaltsprogramme), private Investitionen (etwa in erneuerbare Energien) und internationale Transfers von Industriestaaten in Entwicklungsländer.

Letzteres ist politisch besonders bedeutsam. Auf der UN-Klimakonferenz COP15 in Kopenhagen (2009) sagten Industrieländer zu, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz in ärmeren Ländern bereitzustellen. Dieses Ziel wurde mehrfach verfehlt. Auf der COP29 in Baku (2024) wurde ein neues Ziel vereinbart: 300 Milliarden Dollar pro Jahr bis 2035. Kritikerinnen und Kritiker, insbesondere aus dem Globalen Süden, bezeichnen dies als bei weitem unzureichend. Klimafinanzierung ist damit kein rein technisches Thema, sondern eine Frage von Klimagerechtigkeit.


Für Neugierige

Klimafinanzierung lässt sich grob in zwei Kategorien teilen: Mitigation (Emissionsminderung, z.B. Ausbau erneuerbarer Energien) und Adaptation (Anpassung an bereits eingetretene Klimafolgen, z.B. Küstenschutz oder Dürreresistenz). Hinzu kommen seit der COP27 (Sharm el-Sheikh, 2022) Mittel für Loss and Damage: finanzielle Unterstützung für Länder, die durch Klimafolgen unumkehrbare Schäden erleiden.

Die Messung tatsächlicher Klimafinanzierung ist methodisch umstritten: Projekte werden häufig als Klimafinanzierung deklariert, ohne dass dies unabhängig überprüfbar ist (Greenwashing). Der IPCC (Weltklimarat) schätzt, dass globale Klimaschutzinvestitionen um ein Vielfaches höher sein müssten, um die Ziele des Paris-Abkommens zu erreichen. Ob Mittel als Kredite oder Zuschüsse bereitgestellt werden, bestimmt maßgeblich, ob ärmere Länder sie überhaupt nutzen können, ohne in neue Schuldenspiralen zu geraten.

Quellen: UNFCCC, Copenhagen Accord (COP15), 2009; IPCC AR6, Chapter 15 (Finance), 2022; OECD Climate Finance Tracking Report, 2023.


Verwandte Begriffe: Klimagerechtigkeit · Paris-Abkommen · Loss and Damage · SDGs · Greenwashing