Antifaschismus & Demokratie

Antifaschistische Codes

Antifaschistische Codes erklärt: 161, 1312 (ACAB), Antifa-Logo und drei Pfeile. Herkunft, Einordnung und Abgrenzung zu rechten Codes wie 1161.

8 Min. LesezeitAktualisiert am 14.10.2026
Logo der Antifaschistischen Aktion: zwei wehende Fahnen, eine rote und eine schwarze, in einem Kreis
Das heutige Antifa-Logo mit roter und schwarzer Fahne, eine Abwandlung des Logos der Antifaschistischen Aktion von 1932. Wikimedia Commons, gemeinfrei (CC0).
Auf einen Blick

Bedeutung
Zeichen, Zahlen und Symbole, mit denen sich Menschen aus antifaschistischen und linken Zusammenhängen erkennbar machen
Zahlencodes
161 (AFA, Antifaschistische Aktion) und 1312 (ACAB)
Logo
Zwei Fahnen: 1932 beide rot (KPD-Projekt), heute eine rote und eine schwarze
Drei Pfeile
Symbol der Eisernen Front ab Februar 1932
Nicht verwechseln
1161 steht für „Anti-Antifa“ und ist ein extrem rechter Code
Einordnung
Ein Zeichen zeigt Zugehörigkeit, aber nicht automatisch die dahinterstehende Haltung

Einfach erklärt

Antifaschistische Codes sind Zeichen, Zahlen und Symbole, mit denen sich Menschen aus antifaschistischen und linken Zusammenhängen erkennbar machen, ohne etwas auszusprechen. Dazu gehören die Zahlencodes 161 und 1312, das Logo der Antifaschistischen Aktion und die drei Pfeile. Die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung beschreibt viele solcher Zeichen in ihrer Übersicht zur linksextremen Szene als international verbreitet: Sie dienten der länderübergreifenden Erkennung und Identifikation.

Die Zahlencodes folgen einem einfachen Prinzip: Jeder Buchstabe wird durch seine Stelle im Alphabet ersetzt. Die 161 steht für „AFA“ (A=1, F=6, A=1), die Kurzform von Antifaschistische Aktion. Die 1312 steht für „ACAB“ (A=1, C=3, A=1, B=2), die Abkürzung der Parole „All Cops Are Bastards“.

Merke

Antifaschistische Codes sind Erkennungszeichen. Sie zeigen, dass jemand dazugehören möchte, sagen aber nicht, welche Haltung genau dahintersteht.

Die Zeichen haben sehr unterschiedliche Herkunft. Das Logo wurde 1932 für ein Projekt der KPD entworfen, die drei Pfeile führte im selben Jahr die Eiserne Front ein, ein Bündnis aus SPD, Gewerkschaften, Reichsbanner und Arbeitersportverbänden. Zur Abgrenzung ist wichtig: Auch die extreme Rechte nutzt Zahlencodes nach demselben Prinzip, teils mit gegenteiliger Bedeutung. Aus 161 wird mit einer zusätzlichen Eins 1161, ein extrem rechter Code.


Ausführlich erklärt

Zwei Codes, zwei Funktionen: 161 und 1312

Der Code 161 benennt eine Organisation. Die Brandenburgische Landeszentrale erklärt ihn als Buchstabenkombination für „AfA“, die auch international verwendet werde: 1 stehe für das A, die 6 für den sechsten Buchstaben des Alphabets. Mehr dazu im Eintrag 161 Bedeutung.

Die 1312 dagegen verschlüsselt eine Parole. Die Landeszentrale verortet „ACAB“ vor allem im gewaltorientierten Spektrum und hält fest, dass solche Codes auch im Rechtsextremismus verwendet oder, wie ACAB, sogar übernommen werden. Nach SozTheo wird die Parole längst nicht mehr nur von Aktivistinnen und Aktivisten genutzt: Sie taucht in Punk, Hip-Hop und bei Fußballfans auf, oft ohne vertiefte Beschäftigung mit ihrem Ursprung. Wer die Parole kritisiert, sieht darin eine pauschale Herabwürdigung von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten. Wer sie verteidigt, versteht sie laut SozTheo als grundsätzliche Kritik an der Polizei als Institution.

Juristisch hat sich das Bundesverfassungsgericht 2016 in zwei Beschlüssen vom 17. Mai geäußert. Die Parole bringe eine allgemeine Ablehnung der Polizei zum Ausdruck und sei eine Meinungsäußerung. Eine Verurteilung wegen Beleidigung (§ 185 Strafgesetzbuch) setze voraus, dass sich die Äußerung auf eine hinreichend überschaubare und abgegrenzte Personengruppe bezieht. Das öffentliche Zeigen von „ACAB“ ist deshalb nicht ohne Weiteres strafbar. Mehr dazu im Eintrag ACAB (1312).

1932Jahr, in dem das Logo der Antifaschistischen Aktion und die drei Pfeile der Eisernen Front entstanden
161Zahlencode für „AFA“: A=1, F=6, A=1
1312Zahlencode für „ACAB“: A=1, C=3, A=1, B=2

Das Logo: von 1932 bis heute

Das Bundesamt für Verfassungsschutz schreibt, die „Antifaschistische Aktion“ sei 1932 von der KPD ausgerufen worden, damals als kommunistische Sammelbewegung und nicht als Organisation. Das Logo entwarf nach FoDEx ein Grafikerduo des Bundes revolutionärer Bildender Künstler eigens für dieses KPD-Projekt: Doppelfahnen in einem Ring mit dem Schriftzug „Antifaschistische Aktion“. Nach dem Bundesamt zeigte es zwei nach links geneigte rote Fahnen, eine für die KPD und eine für die sozialistische Basis der SPD. Es sollte laut FoDEx den Schulterschluss der gespaltenen Arbeiterbewegung gegen den Nationalsozialismus ausdrücken.

Ein echtes Bündnis wurde es nicht. Die KPD hielt der SPD damals vor, mit dem Bürgertum im Bunde zu stehen, und die SPD-Zeitung „Vorwärts“ nannte die Initiative eine antisozialdemokratische Aktion (FoDEx). Laut Bundesamt wollte sich die Antifaschistische Aktion ebenso von der NSDAP wie von der Eisernen Front abgrenzen. Mehr zur Geschichte steht im Eintrag Antifaschistische Aktion.

Das heutige Zeichen zeigt eine rote und eine schwarze Fahne. Die rote steht laut Bundesamt weiter für den Sozialismus, die schwarze für den autonomen Anarchismus. Bei der Datierung weichen die Quellen ab: Nach der Landeszentrale hat sich das Logo seit den 1970er Jahren als internationales Erkennungszeichen etabliert, nach FoDEx wird die modifizierte Form seit den frühen 1980er Jahren mit dem autonomen Antifaschismus verbunden. Das Zeichen stehe nicht für eine einzelne Organisation, und „die Antifa“ als bundesweit klar umgrenzte Organisation gebe es laut Bundesamt nicht. Laut Bundesamt dient die Doppelfahne vor allem im gewaltorientierten Teil der linksextremistischen Szene als Zeichen militanter Aktionsformen. FoDEx beschreibt dagegen ein heterogenes Akteursspektrum, das Logo und Name als Symbole für Identität und Zusammenhalt nutzt.

Die drei Pfeile

Die Eiserne Front wurde im Dezember 1931 gegründet. Unter ihrem Dach versammelten sich laut dem Deutschen Historischen Museum die SPD, die Freien Gewerkschaften, die Arbeiterturn- und Sportverbände und das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Ab Februar 1932 verwendete sie einheitlich den Dreipfeil, den Sergei Tschachotin erfand. Er sollte den Vormarsch des Hakenkreuzes optisch zerstören, weil seine Bewegungsrichtung entgegengerichtet ist.

Die Deutung ist zweigeteilt: Der Dreipfeil stand wahlweise für den Kampf gegen die dreifache Bedrohung der Republik durch Nationalsozialismus, Kommunismus und Monarchismus oder für Werte wie Aktivismus, Disziplin und Einheit. Er gehört damit nicht zur kommunistischen Antifa-Tradition, sondern zum republiktreuen Lager um die SPD.

Gegenstücke von rechts: nicht verwechseln

Rechtsextreme Zahlencodes nutzen dieselbe Alphabet-Logik. Das Berliner Register ordnet sie als extrem rechte Zahlencodes ein:

  • 1161 steht für „Anti-Antifa“, taucht in Organisationsnamen, als Aktionslabel und in Schmierereien auf und dient laut Register der Drohung gegen den politischen Gegner. Die Anti-Antifa beschreibt das Register als Strategie der extremen Rechten zur Einschüchterung politischer Gegnerinnen und Gegner, die bis zu „Feindeslisten“ und Bedrohungen reichen kann.
  • 318 (auch C18) steht für die verbotene Neonazi-Gruppe Combat 18 und für äußerste Gewaltbereitschaft. Siehe C18.
  • 88 bedeutet „Heil Hitler“ (88 Bedeutung), 18 steht für „Adolf Hitler“, 28 für „Blood & Honour“ (28 Bedeutung).
  • 1488 verbindet laut Register die Codes 14 und 88 (1488 Bedeutung).

Überblick: Zahlencodes im Rechtsextremismus. Der Unterschied liegt nicht im Rechenweg, sondern in der Aussage: 161 benennt die Antifaschistische Aktion, 1161 richtet sich gegen sie.

Einordnung: ein umstrittener Begriff

Das Bundesamt für Verfassungsschutz nennt den Begriff „Antifaschismus“ umstritten, eine einheitliche Definition sei kaum möglich. Für die einen sei er ein demokratisches Grundprinzip, für die anderen ein linksextremistischer Kampfbegriff. Entscheidend sei, was die Beteiligten unter „Faschismus“ verstehen. Der Informationsfolder des Landesamts für Verfassungsschutz Hessen führt 161 unter den Symbolen und Codes auf, die nicht verboten sind und teilweise nicht ausschließlich von Linksextremisten genutzt werden.

Zwei Blickwinkel

Die Bundesregierung antwortete im Dezember 2017 auf eine Kleine Anfrage, die Ablehnung und Bekämpfung von Nationalsozialismus, Faschismus oder Rechtsextremismus sei grundsätzlich und für sich genommen nicht extremistisch. Zugleich gebe es für den Begriff auch eine extremistische Auslegung: „Antifaschismus“ gelte als linksextremistisches Aktionsfeld. Dieser Eintrag erklärt Zeichen und bewertet keine Gruppen.

Ein Zeichen verrät, wofür es steht, aber nicht, wer es warum benutzt.

Kerngedanke

Im Zusammenhang lesen

Wer ein solches Zeichen sieht, braucht den Zusammenhang: Wo hängt es, welche Zeichen stehen daneben, was sagt der Text drumherum? FoDEx sieht als verbindende Klammer der heutigen Szene weniger einen gemeinsamen Faschismusbegriff als eine kapitalismuskritische Grundhaltung und den Anspruch, rechtsextremen Strukturen kämpferisch, aber nicht zwingend gewaltsam entgegenzutreten. Hinter demselben Logo stehen sehr verschiedene Menschen. Weitere Einträge: Antifa, Antifaschismus und Zivilcourage.

Was du tun kannst

  1. Lies die Ziffern genau: 161 und 1161 sehen fast gleich aus und bedeuten das Gegenteil.
  2. Beachte Ort und Begleitzeichen, bevor du ein Zeichen einordnest. Einzelne Zeichen wie ACAB nutzen auch Menschen ohne vertiefte politische Auseinandersetzung.
  3. Wirst du mit 1161, Namenslisten oder Drohungen konfrontiert, halte fest, was du gesehen hast (Ort, Datum, Foto), und wende dich an die Polizei oder eine Beratungsstelle. Die Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus beraten laut dem Bundesverband Mobile Beratung bundesweit kostenlos und vertraulich.

Quellen: Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Symbole und Erkennungszeichen der linksextremen Szene / Bundesamt für Verfassungsschutz: Die „Antifa“, Antifaschistischer Kampf im Linksextremismus (Stand März 2026) / FoDEx Berlin (Alexander Deycke, 2018): Von einer KPD-Initiative zur autonomen Antifa / Deutsches Historisches Museum (LeMO): Die Eiserne Front / Berliner Register: Glossar (1161, 88, 18, 28, 318, 1488, Anti-Antifa) / SozTheo: ACAB (1312), Bedeutung, Herkunft und Geschichte / Bundesverfassungsgericht: Pressemitteilung Nr. 36/2016 vom 24. Juni 2016 (Beschlüsse vom 17. Mai 2016, 1 BvR 257/14 und 1 BvR 2150/14) / Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung vom 22. Dezember 2017, Drucksache 19/351 (Vorbemerkung) / Landesamt für Verfassungsschutz Hessen: Informationsfolder Linksextremismus (2026), Abschnitt Kennzeichen und Symbole / Bundesverband Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus


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Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Ich habe ihn selbst geprüft und verantworte als Inhaber den Inhalt. Mehr zur KI-Nutzung

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