Feminismus


Einfach erklärt

Feminismus ist eine politische und soziale Bewegung, die auf die Gleichstellung aller Geschlechter abzielt und strukturelle Ungleichheiten aufdeckt und bekämpft. Kern des Feminismus ist die Kritik am Patriarchat (einer Gesellschaftsordnung, in der männlich konnotierte Privilegien, Werte und Machtstrukturen dominieren). Diese Ungleichheiten zeigen sich in ungleicher Bezahlung, geschlechtsspezifischer Gewalt, der ungleichen Verteilung unbezahlter Sorgearbeit und der Unterrepräsentation von Frauen und nicht-binären Personen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Feminismus ist keine einheitliche Ideologie, sondern ein breites Spektrum von Strömungen: vom liberalen Feminismus, der individuelle Rechte betont, über den sozialistischen Feminismus, der Klasse und Geschlecht zusammendenkt, bis hin zum intersektionalen Feminismus, der Unterdrückungsformen wie Rassismus, Klassismus und Queerfeindlichkeit gemeinsam analysiert. Gemeinsam ist allen Strömungen das Ziel: eine Gesellschaft, in der kein Mensch aufgrund seines Geschlechts benachteiligt wird.


Ausführlich erklärt

Der Begriff Feminismus geht auf die französische Schriftstellerin Hubertine Auclert zurück, die ihn Ende des 19. Jahrhunderts prägte. Seitdem hat sich die Bewegung in mehreren Wellen entwickelt: Die erste Welle erkämpfte das Wahlrecht (in Deutschland 1918), die zweite reproduktive Rechte und Gleichstellung im Beruf (ab den 1960ern), die dritte Intersektionalität und Repräsentation (ab den 1990ern). Eine vierte Welle, geprägt durch digitalen Aktivismus und #MeToo, begann etwa 2012.

Besonders prägend war das Konzept der Intersektionalität, entwickelt von der Rechtswissenschaftlerin Kimberlé Crenshaw (1989): Es zeigt, wie sich Geschlecht, Rassismus und Klassismus gegenseitig verstärken. Laut dem UN Women Gender Snapshot (2023) würde es bei gleichbleibendem Tempo 286 Jahre dauern, bis rechtliche Schutzmaßnahmen weltweit gleichgestellt sind. Ohne konsequente politische Maßnahmen ist Gleichstellung keine Frage der Zeit, sondern des politischen Willens.

Quellen: Crenshaw, K. (1989). Demarginalizing the Intersection of Race and Sex. University of Chicago Legal Forum. · UN Women Gender Snapshot 2023


Wer die Folgen struktureller Ungleichheit am stärksten spürt, ist selten Zufall: Hitze trifft nicht alle gleich: Warum chronisch Kranke, Ältere und Menschen in Armut besonders leiden.


Das könnte dich auch interessieren

  • Patriarchat: die Gesellschaftsordnung, gegen die sich Feminismus richtet
  • Intersektionalität: das Analysewerkzeug, das im intersektionalen Feminismus zentral ist
  • Sexismus: eine der konkreten Auswirkungen patriarchaler Strukturen
  • Rassismus: eine Diskriminierungsform, die intersektionaler Feminismus explizit mitdenkt
  • Klassismus: eine weitere Achse, die feministische Analyse mit einbezieht



Produkte aus unserem Shop

Save the Earth - Organic Basic Hoodie

Save the Earth – Organic Basic Hoodie

Aktuell nicht bestellbar
Save the Earth - Organic Tote-Bag

Save the Earth – Organic Tote-Bag

Aktuell nicht bestellbar
Save the Earth - Organic Zipper

Save the Earth – Organic Zipper

Aktuell nicht bestellbar
Vertrag widerrufen