LGBTQIA+


Einfach erklärt

LGBTQIA+ ist ein Akronym, das verschiedene queere Identitäten zusammenfasst: Lesbian (lesbisch), Gay (schwul), Bisexual (bisexuell), Trans* (trans*), Queer, Intersex (intergeschlechtlich) und Asexual (asexuell). Das Pluszeichen steht für alle weiteren Identitäten, die im Akronym nicht explizit genannt sind, etwa pansexuelle, nicht binäre, aromantische oder genderfluide Menschen.

Das Akronym hat sich historisch entwickelt: Frühere Versionen waren schlicht „LGB“ oder „LGBT“. Die Erweiterungen spiegeln politische Kämpfe wider: Intersex-Personen wurden lange von der Community ausgeschlossen, trans* Personen marginalisiert. Das „+“ erkennt an, dass kein Akronym alle Identitäten erfassen kann. Wichtig: LGBTQIA+ ist kein homogenes Kollektiv. Innerhalb der Community gibt es erhebliche Unterschiede in Privilegien, Ressourcen und Sichtbarkeit. Schwarze trans* Frauen tragen ein deutlich höheres Gewaltrisiko als weiße cis-schwule Männer. Das ist kein Randphänomen, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit.


Ausführlich erklärt

LGBTQIA+ als politischer Begriff hat seine Wurzeln in den Aufstandsbewegungen der späten 1960er Jahre, insbesondere den Stonewall-Unruhen (1969) in New York. Die Hauptakteur:innen damals, Marsha P. Johnson (Schwarze trans* Frau) und Sylvia Rivera (Latina trans* Aktivistin), stehen stellvertretend für die intersektionale Grundlage queerer Befreiung: Rassismus, Transphobie und Armut als verflochtene Unterdrückungssysteme.

Aus einer Intersektionalität-Perspektive ist das Akronym politisch umkämpft. Kritiker:innen der Mainstream-LGBTQIA+-Bewegung (siehe Homonormativität und Pinkwashing) weisen darauf hin, dass die Bewegung zunehmend die Interessen weißer, cis-schwuler und gut verdienender Menschen priorisiert, während marginalisiertere queere Gruppen übersehen werden. Der Begriff Queer wird von manchen als offenere Alternative bevorzugt, da er sich bewusst gegen Kategorisierung wendet. LGBTQIA+ ist damit nicht nur ein Sammelbegriff, sondern ein fortlaufend ausgehandeltes politisches Projekt, und das ist seine Stärke.

Quellen: Stonewall Riots, historisch (1969). FRA (EU-Grundrechteagentur), LGBTIQ Survey II (2020). Duggan, L. (2002): Homonormativity.


Wie Sichtbarkeit und Anerkennung queerer Identitäten auch politisch oft zu kurz kommen: Queere Menschen in der Agenda 2030: Der blinde Fleck der Nachhaltigkeit.


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  • Queer: eine offenere Alternative, die manche dem Akronym LGBTQIA+ vorziehen
  • trans*: eine der Identitäten, die im Akronym LGBTQIA+ zusammengefasst sind
  • Intersektionalität: der Rahmen, der zeigt, warum Privilegien innerhalb der LGBTQIA+-Community ungleich verteilt sind
  • Homonormativität: die Kritik daran, dass die Bewegung zunehmend privilegierte Gruppen priorisiert
  • Pinkwashing: die Vermarktung queerer Symbolik ohne echte strukturelle Unterstützung



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