Veganismus


Einfach erklärt

Veganismus ist eine Lebensweise, die darauf verzichtet, Tiere auszubeuten: weder für Lebensmittel noch für Kleidung, Kosmetik oder Unterhaltung. Vegane Menschen essen keine tierischen Produkte (also kein Fleisch, Fisch, Milch, Eier oder Honig) und kaufen keine Produkte, für die Tiere genutzt oder getötet werden. Grundlage ist die ethische Überzeugung, dass Tiere ein Recht auf Leben und Unversehrtheit haben, unabhängig davon, wie ein Betrieb zertifiziert ist.

Veganismus ist keine Diät, sondern eine politische und ethische Haltung: die Ablehnung von Speziesismus, also der Diskriminierung von Lebewesen allein aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Gleichzeitig hat die vegane Ernährung messbare Umwelteffekte: Sie verursacht laut Studien deutlich weniger Treibhausgasemissionen und verbraucht weniger Land und Wasser als eine omnivore Ernährung. Ein einfaches Beispiel: Für ein Kilogramm Rindfleisch werden im Durchschnitt etwa 15.000 Liter Wasser verbraucht; für ein Kilogramm Linsen rund 1.250 Liter.


Ausführlich erklärt

Der Begriff „Veganismus“ wurde 1944 von Donald Watson geprägt, einem der Mitgründer der Vegan Society in Großbritannien. Watson grenzte sich bewusst vom Vegetarismus ab: Wer vegetarisch lebt, meidet Fleisch, aber nicht zwingend andere tierische Produkte wie Milch oder Eier. Vegane Ernährung schließt alle Produkte tierischen Ursprungs aus.

Wissenschaftlich ist belegt, dass eine gut geplante vegane Ernährung ernährungsphysiologisch vollständig sein kann. Die Academy of Nutrition and Dietetics stuft sie als gesund und geeignet für alle Lebensphasen ein, empfiehlt aber die gezielte Supplementierung von Vitamin B12. In der Klimadebatte zeigen Modellierungen (Poore & Nemecek, Science 2018), dass tierische Produkte rund 57 % der globalen Lebensmittel-Treibhausgasemissionen verursachen, obwohl sie nur 18 % der Kalorienzufuhr liefern. Veganismus ist damit auch eine direkte Antwort auf die Ernährungssystemdebatte. Strukturelle Faktoren wie Preiszugänge und globale Ungleichheiten im Lebensmittelzugang bleiben dabei ein ungelöster Widerspruch.


Was an gängigen Annahmen über vegane Ernährung wirklich stimmt: Vegane Mythen im Faktencheck: Was wirklich stimmt.


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Quellen

  • The Vegan Society, „Definition of Veganism“ (1944/2024).
  • Academy of Nutrition and Dietetics, Position Paper on Vegetarian Diets (2016).
  • Poore & Nemecek, „Reducing food’s environmental impacts“, Science, 2018.



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