Kompakt erklärt
Ökologische Landwirtschaft (auch: Ökolandbau, Biolandbau) ist eine Produktionsweise, die auf synthetische Pestizide und Düngemittel sowie gentechnisch veränderte Organismen (GVO) verzichtet. Stattdessen setzt sie auf natürliche Kreisläufe: Fruchtfolgen, organische Düngung und natürliche Schädlingsregulierung. In der EU regelt die Bio-Verordnung (EU) 2018/848, welche Betriebe das EU-Bio-Logo tragen dürfen.
Biobetriebe sind außerdem verpflichtet, artgerechtere Haltungsbedingungen für Tiere einzuhalten: mehr Platz, Zugang ins Freie, kein routinemäßiger Einsatz von Antibiotika. Ökologische Landwirtschaft soll so Böden, Wasserkreisläufe und Artenvielfalt langfristig schützen. Sie gilt vielen als wichtiger Baustein einer nachhaltigen Ernährungswende, löst aber allein nicht alle Probleme des Ernährungssystems.
Für Neugierige
Wissenschaftlich zeigt Ökolandbau gemischte Ergebnisse. Metaanalysen (u.a. Seufert et al., 2017; Ponisio et al., 2015) belegen höhere Biodiversität auf Biobetrieben, aber auch bis zu 25 % niedrigere Flächenerträge im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft. Um dieselbe Menge Nahrung zu produzieren, braucht Ökolandbau also mehr Fläche, was Fragen der globalen Ernährungssicherheit aufwirft.
Kritikerinnen und Kritiker sehen darin eine Grenze des Konzepts. Befürworterinnen und Befürworter verweisen auf die externen Kosten konventioneller Landwirtschaft, die in Marktpreisen nicht abgebildet werden: Grundwasserverschmutzung, Insektensterben und Bodendegradation. Die EU-Strategie „Farm to Fork“ (Teil des European Green Deal) setzt das Ziel, bis 2030 mindestens 25 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der EU ökologisch zu bewirtschaften. Ob das reicht, um das Ernährungssystem grundlegend zu verändern, oder ob strukturelle Reformen nötig sind, bleibt eine offene politische Frage.
Quellen: EU-Verordnung (EU) 2018/848 über den ökologischen Landbau; Seufert & Ramankutty, „Many shades of gray“, Science Advances, 2017; European Commission, Farm to Fork Strategy, 2020.
Verwandte Begriffe: Pestizide · Biodiversität · Massentierhaltung · Ernährungssouveränität · Veganismus



