Einfach erklärt
Methan (CH₄) ist nach Kohlendioxid das wichtigste vom Menschen verursachte Treibhausgas. Es entsteht überall dort, wo organisches Material ohne Sauerstoff zersetzt wird, in Reisfeldern, auf Mülldeponien, im Verdauungstrakt von Rindern oder beim Abbau fossiler Energieträger wie Erdgas und Kohle. Methan ist zwar kurzlebiger als CO₂ (es verbleibt etwa 12 Jahre in der Atmosphäre, CO₂ hingegen Hunderte von Jahren), aber in diesem Zeitraum deutlich klimaschädlicher: Über 20 Jahre betrachtet erwärmt Methan das Klima rund 80-mal so stark wie CO₂.
Das macht Methan zu einem wichtigen Hebel im Klimaschutz: Weil es so kurzlebig ist, haben Maßnahmen zur Reduktion von Methanemissionen einen schnellen Effekt. Laut IPCC (Weltklimarat) können gezielte Methanreduktionen die Erderwärmung in den nächsten Jahrzehnten spürbar verlangsamen, schneller als CO₂-Maßnahmen allein.
Ausführlich erklärt
Die wichtigsten Methanquellen werden in drei Kategorien eingeteilt: biogene Quellen (Landwirtschaft, Feuchtgebiete), fossile Quellen (Erdgas, Kohle, Öl) und pyrogenische Quellen (Verbrennung von Biomasse). Besonders die Tierhaltung trägt erheblich bei: Wiederkäuer wie Rinder produzieren durch ihre Verdauung (Entero-Fermentation) große Mengen Methan, die Landwirtschaft verantwortet weltweit rund 30 % der menschgemachten Methanemissionen.
Das Globale Erwärmungspotenzial (GWP, englisch: Global Warming Potential) von Methan wird je nach Betrachtungszeitraum unterschiedlich angegeben: Über 20 Jahre beträgt es etwa 80 (GWP20), über 100 Jahre etwa 30 (GWP100). In der Klimapolitik wird häufig GWP100 verwendet, was die kurzfristige Klimawirkung von Methan systematisch unterschätzt. Die Global Methane Pledge, ein auf der COP26 (26. UN-Klimakonferenz, 2021) gestartetes internationales Abkommen, zielt darauf ab, die globalen Methanemissionen bis 2030 um mindestens 30 % gegenüber 2020 zu senken. Dieses Ziel ist erreichbar, und könnte die Welt entscheidend näher ans 1,5-Grad-Ziel bringen.
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Quellen
- IPCC, Sixth Assessment Report (AR6), Working Group I, Chapter 5, 2021.
- UNEP, Global Methane Assessment, 2021.



