Kompakt erklärt
Das Wort trans (immer kleingeschrieben, mit Sternchen) bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht oder nicht vollständig mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Das Sternchen am Ende ist kein Tippfehler – es hat eine klare Bedeutung: Es stammt aus der Informatik, wo als Platzhalter für beliebige Zeichen steht (Wildcard). In der Sprache bedeutet das: trans* umfasst alle Identitäten, die mit „trans-” beginnen – von trans Männern und trans Frauen über nicht binäre, genderqueere, agender und bigender Menschen bis hin zu allen, die sich außerhalb der Zweigeschlechternorm verorten.
Kleingeschrieben wird das Wort, weil es als Adjektiv verwendet wird – so wie auch „queer” oder „intersexuell” adjektivisch stehen: eine trans Person, trans Menschen. Es wird nicht „trans* Mensch” als Hauptwort geschrieben, weil Betroffene in der Regel darum bitten, als Menschen beschrieben zu werden, die trans* sind – nicht als eigene Kategorie.
Für Neugierige
Das Sternchen bei trans taucht erstmals in den 1990er Jahren in englischsprachigen LGBTQ+-Communitys auf; in Deutschland nutzt TransMann e.V. (gegründet 1999 in Köln) die Schreibweise seit dem Jahr 2000. Die Idee: Wie bei einer Sucheingabe „trans” alle Ergebnisse findet, die mit trans beginnen, soll das Sternchen ausdrücken, dass die Vielfalt der Identitäten dahinter bewusst offen und unabgeschlossen ist.
In der aktuellen Debatte gibt es eine wichtige Gegenstimme: Einige Community-Mitglieder argumentieren, dass „trans” (ohne Sternchen) bereits alle trans Identitäten einschließt. Das Sternchen könnte ungewollt eine Hierarchie einführen – so als sei „trans” die binäre Variante und „trans” der Rest. Eine andere, weit verbreitete Position – vertreten etwa vom Bundesverband Trans – sieht das Sternchen weiterhin als wirksames Zeichen: Es macht Vielfalt sichtbar und schafft sprachlichen Raum für Menschen, deren Existenz gesellschaftlich noch nicht selbstverständlich ist.
Sprache zu Geschlechtlichkeit ist nie abgeschlossen – welche Schreibweise als respektvoller gilt, hängt immer auch vom Kontext und von den betroffenen Menschen selbst ab.
Quellen: Bundesverband Trans, Unterstrich, Sternchen oder Doppelpunkt? Warum wir schreiben, wie wir schreiben, bundesverband-trans.de (2024); Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Asterisk – Geschlechtliche Vielfalt, bpb.de (2022); Wikipedia, Gendersternchen*, de.wikipedia.org
Verwandte Begriffe: Queer · Intersektionalität · Nicht-Binär · Cisgender · Heteronormativität



