Fast Fashion


Kompakt erklärt

Fast Fashion steht für ein Modell: günstig, schnell, kurzlebig. Aktuelle Modetrends landen in wenigen Wochen in Massenproduktion, mit dem Ziel, Konsum zu maximieren und Kleidung möglichst schnell austauschbar zu machen. Modeketten produzieren dutzende bis hunderte neuer Kollektionen pro Jahr.

Die ökologischen Konsequenzen sind erheblich: Die Textilindustrie verursacht schätzungsweise 4 bis 8 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Für die Produktion eines einzigen Baumwoll-T-Shirts werden bis zu 2.700 Liter Süßwasser benötigt. Giftige Abwässer werden in Produktionsländern häufig ungeklärt in Flüsse geleitet. Viele Kleidungsstücke werden nur wenige Male getragen, bevor sie im Müll landen.

Das Modell hat auch soziale Kosten: Niedriglöhne, gefährliche Arbeitsbedingungen und fehlende Gewerkschaftsrechte sind in der Fast-Fashion-Lieferkette die Regel, nicht die Ausnahme.


Für Neugierige

Eine vielzitierte Studie der Ellen MacArthur Foundation (2017) zeigt, dass die weltweite Kleidungsproduktion sich seit 2000 verdoppelt hat, während die durchschnittliche Tragdauer eines Kleidungsstücks um 36 % gesunken ist.

Fast Fashion ist ein Paradebeispiel für den sogenannten Rebound-Effekt: Effizienzgewinne bei der Produktion führen zu mehr Konsum, nicht zu weniger Ressourcenverbrauch. Das Grundprinzip des Modells steht im direkten Widerspruch zu Suffizienz und Kreislaufwirtschaft.

Besonders relevant ist die Verbindung zu Greenwashing: Fast-Fashion-Unternehmen setzen gezielt auf Narrative wie „Conscious Collections“ oder „nachhaltige Fasern“, um Kritik zu entkräften, während das Grundmodell unangetastet bleibt. Slow Fashion und Secondhand sind keine perfekten Antworten, aber sie verweigern das Mitspiel in einem System, das auf bewussten Kurzverbrauch ausgelegt ist.

Quelle: Ellen MacArthur Foundation, A New Textiles Economy, 2017; UNEP, Putting the brakes on fast fashion, 2018.


Verwandte Begriffe: Greenwashing · Carbon Footprint · Suffizienz · Slow Fashion · Kreislaufwirtschaft