Einfach erklärt
Denialismus beschreibt das systematische Ablehnen wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse, nicht aus echtem Zweifel oder neuer Evidenz, sondern aus ideologischen, wirtschaftlichen oder psychologischen Gründen. Der bekannteste Fall: Klimawandel-Denialismus, trotz überwältigenden wissenschaftlichen Konsenses leugnen manche Menschen, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Denialismus ist aber kein Klimaphänomen. Ähnliche Muster gab es bei der Tabakindustrie (Leugnung des Zusammenhangs zwischen Rauchen und Krebs) oder während der HIV/AIDS-Krise. Der Begriff hilft, einen wichtigen Unterschied zu machen: zwischen legitimer wissenschaftlicher Skepsis, die offen für Evidenz ist, und Denialismus, der Evidenz strukturell ignoriert.
Ausführlich erklärt
Naomi Oreskes und Erik Conway haben in „Merchants of Doubt“ (2010) dokumentiert, wie dieselben PR-Strategien über Jahrzehnte genutzt wurden, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskreditieren, von Tabak über sauren Regen bis zum Klimawandel. Typische Merkmale von Denialismus sind: selektive Quellenauswahl zur Infragestellung des Konsenses, Verschwörungstheorien über Wissenschaftler*innen, die Forderung nach „perfekter Gewissheit“ als Voraussetzung für Handeln, und das Umdeuten wissenschaftlicher Unsicherheit als grundsätzliche Unwissenheit. Das Verstehen des Peer-Review-Prozesses und das Einordnen von Quellen sind zentrale Werkzeuge, um Denialismus zu erkennen.
Was an gängigen Falschannahmen wirklich dran ist: Vegane Mythen im Faktencheck: Was wirklich stimmt.
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Quellen
- Oreskes, N. & Conway, E. (2010). Merchants of Doubt. Bloomsbury.
- Diethelm, P. & McKee, M. (2009). Denialism: what is it and how should scientists respond? European Journal of Public Health, 19(1).



