Aromantisch


Einfach erklärt

Aromantisch (kurz: aro) beschreibt Menschen, die keine oder nur selten romantische Anziehung zu anderen Personen empfinden. Das bedeutet nicht, dass aromantische Menschen keine Gefühle haben oder keine Beziehungen führen wollen. Viele suchen und pflegen enge Freundschaften, Familienbeziehungen oder andere Formen von Gemeinschaft. Sie verbinden damit nur nicht zwingend romantische Zuneigung.

Romantische Anziehung und sexuelle Anziehung sind zwei verschiedene Dinge. Jemand kann aromantisch sein und gleichzeitig sexuell angezogen werden, oder auch asexuell (ohne sexuelle Anziehung) und trotzdem romantische Gefühle erleben. Aromantische Menschen können sich überall auf dem Spektrum sexueller Orientierungen befinden: heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder asexuell.

Romantische Anziehung gilt in vielen Gesellschaften als selbstverständlich: als etwas, das alle Menschen erleben. Das macht es für aromantische Menschen manchmal schwer, ihre Erfahrungen zu benennen und akzeptiert zu fühlen.


Ausführlich erklärt

Das Konzept der aromantischen Orientierung entstammt der queeren Community und wird zunehmend auch wissenschaftlich anerkannt. Die Asexualitätsforschung (etwa durch die Arbeit von Anthony Bogaert) hat dazu beigetragen, Asexualität und Aromantizität als eigenständige Orientierungen zu untersuchen und von anderen Kategorien abzugrenzen.

Das sogenannte Aro-Spektrum umfasst verschiedene Identitäten: Demiromantisch (romantische Anziehung erst nach tiefem emotionalem Kontakt), Greyromantisch (selten oder unter sehr spezifischen Umständen) und andere Varianten.

In der Debatte um Amatonormativität (den gesellschaftlichen Druck, Liebesbeziehungen als höchste Form der Bindung anzusehen) spielt die aromantische Perspektive eine wichtige Rolle: Sie hinterfragt, warum Romantik als Voraussetzung für ein „vollständiges“ Leben gilt, und macht Raum für andere Formen von Intimität und Gemeinschaft.

Quellen: Bogaert, A. F. (2012). Understanding Asexuality. Rowman & Littlefield. AVEN (Asexuality Visibility and Education Network): www.asexuality.org


Wie viel Mut es kosten kann, die eigene Identität öffentlich zu leben: Deine Geschichte, dein Tempo: Was Coming out von Outing unterscheidet.


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  • Asexualität: eine eigenständige Orientierung, die mit Aromantik zusammenfallen kann, aber nicht muss
  • nicht binär: eine Geschlechtsidentität, die unabhängig von der romantischen oder sexuellen Orientierung ist
  • Geschlechtsidentität: ein Konzept, das von romantischer Anziehung klar zu unterscheiden ist
  • Queer: der Sammelbegriff, unter den auch aromantische Identitäten fallen können
  • LGBTQIA+: das Akronym, dessen Pluszeichen auch aromantische Menschen einschließt



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