Rebound-Effekt


Kompakt erklärt

Der Rebound-Effekt beschreibt ein paradoxes Phänomen: Wird eine Technologie effizienter, verbrauchen wir oft insgesamt mehr davon – nicht weniger. Ein Beispiel: Autos verbrauchen heute deutlich weniger Sprit als vor 30 Jahren. Trotzdem ist der Gesamtverbrauch nicht gesunken, weil mehr und längere Strecken gefahren werden und größere Modelle beliebter wurden. Die Einsparung durch bessere Technik wird durch mehr Nutzung wieder aufgezehrt – manchmal sogar überkompensiert. Das macht den Rebound-Effekt zu einem zentralen Problem in der Nachhaltigkeitsdebatte: Technologische Effizienz allein reicht nicht, um Ressourcenverbrauch dauerhaft zu senken.


Für Neugierige

In der Wirtschaftswissenschaft unterscheidet man drei Arten: den direkten Rebound (mehr Nutzung desselben Gutes – z.B. mehr Heizen, weil die Heizung effizienter wird), den indirekten Rebound (gesparte Kosten werden für andere Konsumgüter ausgegeben) und den makroökonomischen Rebound (gesamtwirtschaftliche Wachstumseffekte durch gesunkene Energiepreise). Wenn der Rebound-Effekt die ursprüngliche Einsparung vollständig auffrisst oder übersteigt, spricht man vom Jevons-Paradox. Das Umweltbundesamt verweist auf den Rebound-Effekt als wesentlichen Grund dafür, warum alleinige Effizienzstrategien die Klimaziele verfehlen können – und plädiert für Ergänzung durch Suffizienzpolitik.

Quellen: Sorrell, S. (2007). The Rebound Effect: an assessment of the evidence for economy-wide energy savings from improved energy efficiency. UK Energy Research Centre. / Umweltbundesamt (2019). Rebound-Effekte.


Verwandte Begriffe: Jevons-Paradox · Suffizienz · Postwachstum · Ökobilanz


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