Mikroplastik


Kompakt erklärt

Mikroplastik bezeichnet winzige Kunststoffpartikel, die kleiner als 5 mm sind – viele sind so fein, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Sie entstehen entweder direkt als kleine Teilchen (zum Beispiel in Kosmetikprodukten oder auf Kunstrasenplätzen) oder wenn größere Plastikgegenstände durch Sonneneinstrahlung, Wind und Wellen langsam zerfallen. Das Problem: Plastik baut sich in der Natur kaum ab. Die Teilchen sammeln sich in Böden, Gewässern und Ozeanen an – und werden von Tieren und Menschen aufgenommen. Studien haben Mikroplastik bereits in menschlichem Blut, Lungengewebe und der Plazenta nachgewiesen. Hauptquellen im Alltag sind Reifenabrieb im Straßenverkehr, synthetische Textilien beim Waschen und Verpackungsmüll.


Für Neugierige

Das Umweltbundesamt (UBA) unterscheidet primäres Mikroplastik (gezielt hergestellt, z. B. als Mikroperlen in Kosmetika) und sekundäres Mikroplastik, das durch den Zerfall von Makroplastik entsteht. Besonders problematisch ist sogenanntes Nanoplastik – Partikel unter 1 μm (Mikrometer) –, das biologische Barrieren wie die Darmwand oder die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufen die gesundheitlichen Risiken durch Mikroplastik in Lebensmitteln als derzeit schwer quantifizierbar ein, sehen aber weiteren Forschungsbedarf als dringend an. In der EU wurden 2023 im Rahmen der REACH-Verordnung Einschränkungen für absichtlich zugesetztes Mikroplastik in Produkten beschlossen. Das strukturelle Problem bleibt aber bestehen: Ohne eine grundlegende Reduktion von Einwegplastik und synthetischen Materialien wird Mikroplastik in der Umwelt weiter zunehmen – denn einzelne Produktverbote kurieren Symptome, nicht die Ursache.

Quellen: Umweltbundesamt (2023): Mikroplastik – Quellen, Vorkommen, Maßnahmen. | EFSA (2022): Presence of microplastics and nanoplastics in food, with particular focus on seafood. | WHO (2019): Microplastics in drinking-water.


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