Einfach erklärt
Food Waste, zu Deutsch Lebensmittelverschwendung, bezeichnet Nahrungsmittel, die für den menschlichen Verzehr produziert wurden, aber nicht gegessen werden. Das umfasst Lebensmittel, die auf dem Feld liegen bleiben, im Transport beschädigt werden, im Supermarkt aussortiert werden oder im Müll landen.
Die Zahlen sind enorm: Laut der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) landet weltweit etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel im Abfall, das entspricht rund 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Food Waste ist dabei nicht nur ein ethisches Problem in einer Welt, in der Millionen Menschen hungern. Die Produktion von Lebensmitteln verbraucht riesige Mengen an Wasser, Energie und Fläche. Werden diese Produkte weggeworfen, sind auch all diese Ressourcen verschwendet. Hinzu kommen die Emissionen, die bei Verrottung auf Deponien entstehen, vor allem klimaschädliches Methan.
Ausführlich erklärt
Die FAO unterscheidet zwischen „Food Loss“ (Verluste in frühen Produktionsstufen wie Ernte, Lagerung, Transport) und „Food Waste“ im engeren Sinne (Verschwendung auf Einzelhandels- und Verbraucher*innenebene). Diese Unterscheidung ist politisch relevant, da unterschiedliche Akteur*innen adressiert werden müssen.
Lebensmittelverschwendung ist für schätzungsweise 8 bis 10 % der globalen Treibhausgase-Emissionen verantwortlich, mehr als der gesamte zivile Luftverkehr. Eine Studie im Fachjournal Science zeigt, dass pflanzliche Ernährungsweisen nicht nur deutlich emissionsärmer sind, sondern durch kürzere Lieferketten auch weniger Lebensmittelverluste bedingen. Besonders pikant: Viele Lebensmittel werden weggeworfen, weil sie nicht den optischen Normen des Handels entsprechen, eine krumme Karotte landet nie im Regal, obwohl sie genauso essbar ist. Hier offenbart sich, wie ästhetische Konventionen und wirtschaftliche Anreizstrukturen systematisch Verschwendung produzieren, und wie viel Spielraum für Veränderung noch vorhanden ist.
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Quellen
- FAO, Global Food Losses and Food Waste, 2011.
- Poore & Nemecek, „Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers“, Science, 2018.



