Einfach erklärt
Colorismus beschreibt eine Form der Diskriminierung, bei der Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe unterschiedlich behandelt werden, unabhängig von ihrer Ethnie oder Herkunft. Dabei genießen Menschen mit hellerer Haut oft Vorteile gegenüber Menschen mit dunklerer Haut, selbst innerhalb derselben marginalisierten Gruppe. Colorismus ist ein direktes Erbe des Kolonialismus und des Rassismus: Unter Kolonialherrschaft wurden hellere Hauttöne systematisch mit Privilegien verknüpft: mit Zugang zu Bildung, Arbeit und sozialem Status.
Die Folgen sind bis heute spürbar: Studien zeigen, dass hellhäutigere Schwarze und braune Menschen im Durchschnitt höhere Einkommen, bessere Jobchancen und geringere Verurteilungswahrscheinlichkeiten haben als dunklerhäutige Menschen der gleichen Gruppe. Colorismus betrifft besonders Schwarze Personen, People of Color (POC) und Desi-Communities (südasiatische Bevölkerung), aber auch latein- und ostasiatische Communities.
Ausführlich erklärt
Das Konzept Colorismus wurde von der Schriftstellerin Alice Walker 1982 geprägt. Die Soziologin Margaret Hunter hat in ihrer Forschung gezeigt, wie Colorismus Lohnunterschiede, Heiratsmärkte und Bildungschancen strukturell beeinflusst (Hunter, 2007). Neuere Studien, etwa von Monk (2021), belegen, dass der Zusammenhang zwischen Hautton und sozioökonomischem Status in den USA auch nach Kontrolle von Bildung und Einkommen bestehen bleibt.
Colorismus und Rassismus überlappen sich, sind aber analytisch zu trennen: Rassismus richtet sich gegen ganze Gruppen aufgrund konstruierter „Rasse“, Colorismus differenziert zusätzlich nach Hauttönen innerhalb dieser Gruppen. Intersektionalität ist dabei Schlüsselbegriff: Colorismus wirkt unterschiedlich, je nach Geschlecht, Klasse und geographischem Kontext. Besonders sichtbar wird das in der globalen Schönheitsindustrie, wo hautaufhellende Produkte einen Milliardenmarkt bilden: Ausdruck tief internalisierter coloristischer Normen.
Quellen: Hunter, M. (2007). The Persistent Problem of Colorism. Sociology Compass, 1(1). · Monk, E. P. (2021). The Unceasing Significance of Colorism. Daedalus, 150(2).
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