Anti-Schwarzer Rassismus


Kompakt erklärt

Anti-Schwarzer Rassismus bezeichnet Diskriminierung, die sich gezielt gegen Schwarze Menschen richtet, meist wegen ihrer Hautfarbe oder anderer äußerlicher Merkmale. Er zeigt sich im Alltag, etwa wenn Schwarzen Menschen unterstellt wird, sie kämen „eigentlich“ nicht aus Deutschland, obwohl sie hier geboren sind. Er zeigt sich aber auch strukturell: in Racial Profiling durch die Polizei, in schlechteren Chancen bei der Wohnungs- oder Jobsuche oder in einseitigen Bildern in Schulbüchern und Medien.

Ein Beispiel aus Studien: Bei identischen Bewerbungsunterlagen werden Menschen mit „fremd“ klingenden Namen oder sichtbar Schwarze Bewerbende seltener zum Vorstellungsgespräch eingeladen als weiße Vergleichspersonen.

Der Begriff grenzt sich bewusst vom allgemeinen Wort „Rassismus“ ab. Die Erfahrungen Schwarzer Menschen haben eine eigene Geschichte, die bis in die Kolonialzeit zurückreicht, und genau diese Geschichte prägt bis heute, welche Vorurteile besonders hartnäckig sind.


Für Neugierige

Die Wurzeln des Anti-Schwarzen Rassismus liegen im europäischen Kolonialismus: Kolonialmächte erklärten Schwarze Menschen zu einer „minderwertigen Rasse“, um Versklavung und Ausbeutung zu rechtfertigen. Diese Erzählungen wirken bis heute in Stereotypen nach, etwa in der Vorstellung, Schwarze Menschen seien „von Natur aus“ sportlicher oder weniger gebildet.

Die deutsche Antidiskriminierungsstelle des Bundes unterscheidet Anti-Schwarzen Rassismus ausdrücklich von anderen Rassismusformen wie antimuslimischem Rassismus oder antiasiatischem Rassismus, weil sich die historischen Ursprünge und die konkreten Diskriminierungsmuster unterscheiden. Diese Differenzierung ist wichtig, weil pauschale Aussagen über „Rassismus“ die spezifischen Erfahrungen einzelner Gruppen unsichtbar machen können.

Der Begriff selbst stammt aus der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung und wird international meist als „anti-Black racism“ verwendet. Wer die Geschichte kennt, erkennt auch die Gegenwart klarer: Anti-Schwarzer Rassismus ist kein Randphänomen, sondern ein strukturelles Muster, das sich in Institutionen genauso zeigt wie in einzelnen Begegnungen.

Quelle: Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Ethnische Herkunft, Rassismus / Mediendienst Integration: Was ist Antischwarzer Rassismus?


Verwandte Begriffe: Othering · BIPOC · Racial Profiling · Kolonialismus · Strukturelle Diskriminierung




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