Kohleausstieg


Kompakt erklärt

Der Kohleausstieg bezeichnet das schrittweise Abschalten von Kohlekraftwerken, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. In Deutschland ist das gesetzlich festgelegt: Das Kohleausstiegsgesetz von 2020 sieht vor, dass spätestens 2038 kein Strom mehr aus Kohle erzeugt wird. Für die Braunkohlekraftwerke im Rheinischen Revier ist der Ausstieg sogar schon auf 2030 vorgezogen.

Warum überhaupt aussteigen? Kohle ist unter den fossilen Energieträgern besonders klimaschädlich: Bei ihrer Verbrennung entsteht im Verhältnis zur gewonnenen Energie besonders viel CO2 (Kohlendioxid). Der Wandel ist bereits in vollem Gang: Noch im Jahr 2000 kamen rund die Hälfte des deutschen Stroms aus Braun- und Steinkohle, 2025 waren es zusammen nur noch etwa 21 Prozent.

Der Ausstieg betrifft aber auch Menschen und ganze Regionen, etwa im Rheinischen Revier oder in der Lausitz, wo viele Arbeitsplätze und oft auch lokale Identität an der Kohleindustrie hängen. Deshalb fließen bis 2038 rund 40 Milliarden Euro in den sogenannten Strukturwandel, damit dort neue Wirtschaftszweige entstehen können.


Für Neugierige

Ökonomisch wird der Kohleausstieg oft als Beispiel für eine sogenannte Just Transition diskutiert, ein ursprünglich aus der Gewerkschaftsbewegung stammendes Konzept für einen sozial gerechten Umstieg auf klimafreundliche Energie, bei dem die Kosten nicht allein bei den Beschäftigten der alten Industrie landen. Kritisiert wird am deutschen Fahrplan häufig das Tempo: Klimaschutzorganisationen fordern seit Jahren ein früheres Enddatum, weil das verbleibende CO2-Budget für das 1,5-Grad-Ziel begrenzt ist. Befürworter*innen eines schrittweisen Ausstiegs verweisen dagegen auf die Versorgungssicherheit, besonders in Jahren mit schwankender Wind- und Solarstromerzeugung.

Zusätzlich beschleunigt der europäische Emissionshandel den Ausstieg auch unabhängig vom Gesetz: Weil Unternehmen für jede Tonne CO2 Emissionszertifikate kaufen müssen, wird Kohlestrom mit steigendem CO2-Preis zunehmend unwirtschaftlich. Der Kohleausstieg ist damit weniger ein einzelner Schalter als ein langfristiger Umbau von Energiesystem, Arbeitsmarkt und Regionalpolitik zugleich.

Quelle: Bundesfinanzministerium: Kohleausstieg zur Erfüllung der Klimaschutzziele / Umweltbundesamt: Erneuerbare und konventionelle Stromerzeugung


Verwandte Begriffe: Energiewende · Strukturwandel · CO2-Steuer · Klimaneutralität · Fossile Subventionen




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